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Erfahrung im Abstiegskampf: Paulick soll wackelige HSV-Defensive stärken

kicker

Nach 148 Pflichtspieleinsätzen für den 1. FC Nürnberg (2016 bis 2024) war Lea Paulick im Sommer 2024 nach Frankfurt gewechselt, wo sie aber zunächst nicht an Stina Johannes (aktuell VfL Wolfsburg) vorbeikam und in der aktuellen Saison meist ihrer jüngeren Kollegin Lina Altenburg den Vortritt lassen musste. Letztendlich standen in dieser Zeit nur drei Einsätze zu Buche.

"In Frankfurt gibt es eine hohe Leistungsdichte. Das ist ein Topklub. Ich habe für mich dort das Maximum rausgeholt. Natürlich hätte ich gerne mehr gespielt, aber es klappt im Leistungssport halt nicht immer so, wie man sich das vorstellt", blickt die 26-Jährige auf ihre Zeit in Frankfurt zurück.

Als verlorene 1,5 Jahre will Paulick ihr Engagement bei der Eintracht aber nicht sehen: "Ich habe in Frankfurt nicht so viel gespielt, wie ich es mir erhofft hatte, konnte von den ganzen Bedingungen und Strukturen aber enorm profitieren und mich auch abseits des Platzes umfassend weiterbilden, was Körper, Gesundheit und Physis angeht. Es war mental nicht einfach, aber ich würde schon sagen, dass ich viel Positives aus der Zeit gezogen habe."

"Ich bin zu 100 Prozent überzeugt von der Story hier"

Nun möchte die Keeperin beim HSV an erfolgreichere Tage anknüpfen - was auch nötig sein wird, denn die Hamburgerinnen stellen mit 38 Gegentreffern die schlechteste Defensive der Liga. Bislang durften sich bereits Larissa Haidner (20), Inga Schuldt (28) sowie die inzwischen verletzte Laura Sieger (25, Kreuzbandriss) im Tor beweisen - vollends zufrieden war man beim HSV mit den Auftritten des Trios aber offensichtlich nicht, sonst dürfte Paulick nun nicht auf ihre Chance hoffen. "Natürlich versuche ich alles zu geben, mich bestmöglich anzubieten. Und natürlich möchte ich zwischen den Pfosten stehen, aber das möchten die anderen auch", hält Paulick den Ball noch flach.

Dass sie sich überhaupt für den HSV entschieden hat, hat vor allem mit dem Hamburger Weg zu tun: "Das hat wohl mittlerweile jeder in Deutschland mitgekriegt, dass hier richtig was passiert. Diese Highlight-Spiele im Volksparkstadion und wie die Menschen das hier angenommen haben - das ist schon ein großes Ausrufezeichen und hat mich gepackt. Ich bin zu 100 Prozent überzeugt von der Story hier, auch von dem, was in Zukunft hier noch passieren soll. Und ich bin froh, ab jetzt ein Teil davon zu sein."

Auch mit Trainerin Liese Brancao, die zuletzt recht deutlich Neuzugänge für ihr Team gefordert hatte, versteht sich Paulick gut: "Es hat von Anfang an gepasst. Sie ist eine taffe Frau mit einer coolen Ausstrahlung. Was sie ausmacht, ist die Kommunikation auf Augenhöhe. Sie bringt viel Leidenschaft mit und ich glaube, dass sie das richtige Fingerspitzengefühl hat, den Mädels das zu geben, was sie brauchen."

"Abstiegskampf ist hart, aber wir sind gut vorbereitet"

Bei all der Harmonie fehlt jetzt nur noch der sportliche Erfolg zu Paulicks Glück, denn die Rothosen überwintern nach 14 Spielen mit lediglich sieben Punkten (ein Sieg) auf dem vorletzten Tabellenplatz, der den Abstieg bedeuten würde. "Der Klassenerhalt ist das ganz klare Ziel. Das ist eine große Aufgabe. Ich habe das mit Nürnberg schon mal durchgemacht. Abstiegskampf ist hart, aber ich glaube, dass wir gut vorbereitet sind, dass die Mädels aus der Hinrunde viele Lehren gezogen, auch Lehrgeld bezahlt haben. Ich habe ein richtig gutes Gefühl, weil der Spirit und die Einstellung zu 100 Prozent passen."

Um dieses Gefühl zu untermauern, wäre ein Sieg am 25. Januar im ersten Spiel des neuen Jahres beim direkten Abstiegskonkurrenten SGS Essen immens wichtig. Die SGS steht mit zwei Punkten mehr in der Tabelle unmittelbar vor dem HSV: "Das Essen-Spiel ist ultra wichtig", weiß auch Paulick. "Es ist mega, dass es im Volksparkstadion stattfindet, weil wir als Mannschaft so richtig von unseren Fans profitieren können. Es ist trotzdem auch wichtig, das Spiel nicht zu sehr aufzuladen. Es ist Druck, es ist Abstiegskampf, aber man darf nie vergessen, dass Fußball Spaß machen soll. Wir müssen einen guten Mix zwischen Anspannung, Druck und Leichtigkeit finden. Das ist der Schlüssel." Sowohl zum Stammplatz als auch zum Klassenerhalt.