Beim 2:2 gegen Mainz am Samstag standen Danilho Doekhi und Diogo Leite auf dem Platz. Natürlich, warum auch nicht? Schließlich bilden die beiden gemeinsam mit dem zentralen Abwehrmann Leopold Querfeld die Dreierkette und gehören mit zu den Leistungsträgern und Führungsspielern in der Mannschaft.
Aber ab dem kommenden Sommer wird die Personalsituation definitiv anders aussehen, denn die Verträge der beiden Innenverteidiger laufen aus und sie sind nach kicker-Informationen nicht bestrebt, diesen zu verlängern, da sie nach dann vier Jahren bei den Eisernen eine neue Herausforderung suchen und für einen international spielenden Klub auflaufen wollen.
Union hat van den Bosch auf dem Zettel
Wenn Union Berlin jedoch noch eine Ablöse für die Verteidiger einstreichen will, muss in der laufenden Winter-Transferperiode (bis 2. Februar) verkauft werden. Der Status quo sieht so aus, dass es zwar Interessenten für das Duo gibt, aktuell aber kein konkretes Angebot vorliegt. Zudem müssten die Köpenicker um Sportchef Horst Heldt gleichzeitig bei einem Verkauf einen Ersatz aus dem Hut zaubern. Denn neben dem genannten Trio steht lediglich mit Leihgabe Stanley Nsoki noch ein Innenverteidiger im Kader.
So wird sich Union bis Anfang Februar wohl noch mit einem weiteren Abwehrmann verstärken. Ein solcher könnte Zeno van den Bosch sein. Wie der kicker erfuhr, sind die Eisernen an dem Belgier von Royal Antwerp interessiert. Der Vertrag des 22-Jährigen läuft im Sommer aus.
Zurück zu den Verteidigern, die aktuell in Berlin vor Ort sind: Es scheint wahrscheinlicher, dass die Dreierkette in der Rückrunde weiterhin so Bestand haben wird und Union sich im Sommer auf die Suche nach neuen Innenverteidigern machen muss. Sollte der Fall so eintreten, würden zwei Säulen wegbrechen und die Eisernen zudem keine Ablöse bekommen. So lässt sich durchaus sagen, dass die Berliner zu hoch gepokert und es somit verpasst haben, zumindest einen von beiden zu einem besseren Zeitpunkt für eine ordentliche Ablöse verkauft zu haben. Weil: Zwei konstante Bundesliga-Verteidiger auf diesem Niveau umsonst zu verlieren, kann sich der Klub eigentlich nicht leisten.
Interesse aus England an Doekhi
Im vergangenen Sommer noch wollte Union Leite verkaufen. Es gab Angebote wie zum Beispiel von der AC Florenz, die die Verantwortlichen jedoch - aufgrund zu niedriger Ablöse - abgelehnt hatten. Nun ist der Portugiese zwar gesetzt, überzeugt weitgehend mit guten Leistungen, bringt den Eisernen aber vermutlich keine Ablöse mehr ein. Er wird im Sommer eine ordentliche Summe Handgeld bekommen und sich ablösefrei einem anderen Verein anschließen. Das Gleiche gilt für Doekhi, an dem unter anderem die beiden Premier-League-Klubs Leeds United sowie Aston Villa Interesse zeigen.
Ob es in der Transferperiode noch große Veränderungen im Kader geben wird, wollte Baumgart bisher nicht verraten: "Jeder Verein beschäftigt sich mit beiden Seiten: also mit Abgängen sowie mit Zugängen. Aber ihr könnt euch ausmalen, dass im Hintergrund das eine oder andere läuft." Sollte Union mit der Dreierkette weiter auflaufen, ist auch klar, dass Hoffenheims Leihgabe Nsoki kaum Einsätze absolvieren wird. Und dann wird Union die Kaufoption von rund drei Millionen natürlich auch nicht ziehen. Eine insgesamt sehr vertrackte Situation. So oder so wartet auf Heldt und Co. ein spannender Transfersommer ...