Am Dienstagabend absolvierte Talent Kennet Eichhorn im Alter von 16 Jahren bereits sein zwölftes Pflichtspiel für die Hertha-Profis. An dieses - das Pokal-Achtelfinale gegen Kaiserslautern - dürfte sich der zentrale Mittelfeldspieler wohl immer erinnern. Denn in der 31. Minute erzielte er sein erstes Tor. Es war eine Ko-Produktion von gleich drei Eigengewächsen: Marton Dardais vertikales Zuspiel ließ Marten Winkler durch seine Beine zu Eichhorn durch, der aus gut zehn Metern überlegt Torwart Simon Simoni mit einem Schuss in die rechte Ecke überwand.
Damit schrieb der Youngster gleich mehrfach Geschichte. Zum einen ist er mit 16 Jahren und 128 Tagen der jüngste Torschütze in der Nachkriegszeit in diesem Wettbewerb. Eichhorn löste damit Jude Bellingham ab. Dieser hatte am 14. September 2020 bei Dortmunds Gastspiel in Duisburg (5:0) nach einer halben Stunde für das zwischenzeitliche 2:0 gesorgt. Ein ehemaliger Mannschaftskollege des Engländers liegt in dieser Liste derweil auf dem dritten Platz: Giovanni Reyna. Der US-Amerikaner zirkelte den Ball am 4. Februar 2020 in Bremen zum 2:3-Endstand sehenswert in den rechten Winkel.
Noch kein Hertha-Profi war bei einem Tor jünger
Neben dem Bestwert im Pokal knackte Eichhorn auch einen vereinsinternen. Noch keiner war bei seinem Premierentreffer für die Alte Dame jünger. Er tritt damit in die Fußstapfen von Ibrahim Maza. Der Deutsch-Algerier feierte sein erstes Tor für den Hauptstadtklub bei dessen Verabschiedung aus der Bundesliga am 27. Mai 2023. Der im vergangenen Sommer nach Leverkusen gewechselte Offensivspieler leitete durch seinen Ausgleich in Wolfsburg das Comeback beim 2:1 ein. Damals war er 17 Jahre und 184 Tage jung.
Hertha-Trainer Stefan Leitl zeigte sich nach der starken Leistung Eichhorns, der zudem als Man of the Match ausgezeichnet wurde, beeindruckt von dem "unfassbar großen" Talent. Wieder einmal, muss man fast sagen. "Als ich ihn das erste Mal gesehen hatte, hatte ich die Überzeugung, dass der Junge es definitiv schaffen wird, zeitnah 2. Liga zu spielen", meinte Leitl nach Spielschluss am Sky-Mikrofon.
Dass Eichhorn nun aber konstant auf diesem hohen Niveau spielt, "haben wir nicht erwartet", so Leitl. In bislang zehn Zweitliga-Einsätzen kommt er in neun benoteten Partien auf einen kicker-Notenschnitt von 3,33, spielte seit dem 5. Spieltag in acht von zehn Partien in der Startelf. "Wir sind super happy. Es kann gerne so weitergehen für ihn", betonte Leitl.