In der Oberliga Schleswig-Holstein dreht sich das Trainerkarussell derzeit rasant. Nachdem bei den beiden Aufsteigern Kaltenkirchener TS und Inter Türkspor Kiel mit René Sixt und Thomas Schwantes bereits zwei Trainer aus eigenem Antrieb vor Kurzem zurückgetreten waren, haben nach dem 9. Spieltag auch die Verantwortlichen des SV Preußen Reinfeld die Reißleine gezogen und sich vom Trainerduo Pascal Lorenz und Jan-Christian Hack getrennt. Ein Punkt aus acht Spielen war der Auslöser.
Lorenz war 16 Jahre im Verein
"Wir sind natürlich total enttäuscht, zumal wir überzeugt waren, die Trendwende zu schaffen", sagt Lorenz, der auf zehn ereignisreiche und turbulente Jahre bei den Karpfenstädtern zurückblickt. "Insgesamt sind es sogar 16 Jahre, die ich im Verein bin. Von daher ist es eine schwierige Situation, die ich akzeptieren muss, aber nicht unbedingt glücklich bin und auch nicht einverstanden bin", blickt der 34-Jährige zurück.
Seit 2020 stand Lorenz als Chefcoach an der Seitenlinie der Stormarner - davor jahrelang als Co-Trainer an der Seite von Michael Clausen aktiv. Hack schloss sich den Reinfeldern im Sommer 2020 an.
„Die Ergebnisse sind das eine, es ist aber auch die Art und Weise, wie wir einige Spiele verloren haben.“ (Sportlicher Leiter Benjamin Matejka)
Nach zuletzt sechs Niederlagen am Stück sahen sich die Verantwortlichen nun in der Pflicht. "Wir haben nicht mehr daran geglaubt. Wenn man so in die Saison startet, muss man gucken, woran es liegt. Ein Punkt aus acht Spielen ist tendenziell zu wenig, bei den Gegnern, die wir hatten", sagt Benjamin Matejka, Sportlicher Leiter der Preußen, für den es zum Teil Gegner auf Augenhöhe waren.
"Die Ergebnisse sind das eine, es ist aber auch die Art und Weise, wie wir einige Spiele verloren haben. Wir wollen neue Ideen und neue Impulse reinbringen, vielleicht eine andere Sichtweise des neuen Trainers", ergänzt der 44-Jährige, dem die Entscheidung alles andere als leicht gefallen ist.
Matejka vertritt die Ansicht, dass in der Mannschaft genügend Potenzial vorhanden ist, um diverse Mannschaften hinter sich lassen zu können.
Junker übernimmt
Ein Nachfolger wurde bereits präsentiert: Axel Junker sitzt ab sofort auf der Kommandobrücke. Der 44-Jährige trainierte im Seniorenbereich zuvor den NTSV Strand 08, TSV Travemünde sowie den FC Schönberg 95. Zuletzt war der B-Lizenz-Inhaber bei der U 19 des SV Eichede in der Regionalliga als Coach aktiv.
„Ich bin nicht der Feuerwehrmann, sondern will langfristig etwas aufbauen.“ (Axel Junker)
Der SV Preußen Reinfeld ist dem gebürtigen Lübecker jedoch nicht fremd. Junker war von 2006 bis 2007 als Spieler für die Reinfelder unterwegs. "Ich sehe eine intakte Mannschaft, das macht mir Mut. Wir wollen durch kleine Erfolgserlebnisse Stabilität reinbringen. Ich hoffe, dass ein Ruck durch das Team geht und ich zudem an den richtigen Stellschrauben drehe", sagt Junker, der den Austausch mit Matejka lobt.
Eines ist für den 44-Jährigen klar: "Ich bin nicht der Feuerwehrmann, sondern will langfristig etwas aufbauen." Mit an Preußen-Bord bleiben Co-Trainer Nils Kjär und Robert Kuhn als Torwarttrainer.