Fehlercode: %{errorCode}

Einst Kapitän, heute Mainzer Macher: Bungert vor neuer Europareise

kicker

Als Mainz 05 in der Saison 2016/17 zum bisher letzten Mal international spielte, gehörte Niko Bungert zum Spielerkader. Heute ist er der Sportdirektor des Vereins. Auf dem Platz ist damals wie heute Stefan Bell (34) dabei, der gute Chancen hat, am Donnerstag bei Omonia Nikosia (18.45 Uhr, LIVE! bei kicker) in der Startelf zu stehen.

Die Rückkehr auf die internationale Bühne nach neun Jahren Abstinenz elektrisiert die gesamte Stadtgesellschaft. Ausgebucht. Dieser Begriff ist im Umfeld von Mainz 05 derzeit allgegenwärtig. Die Plätze im Fanflieger, die Gästetickets in Nikosia, das Zusatzkontingent für das GSP-Stadion und die Karten für das Public Viewing an der Mewa-Arena waren innerhalb kürzester Zeit vergriffen. Der Bundesligist rechnet mit 1500 eigenen Fans im Stadion von Omonia Nikosia.

Die Play-offs gegen Rosenborg (1:2, 4:1) haben Appetit auf mehr gemacht. "Das Hinspiel in Trondheim war schon besonders, weil unser letzter Europacup-Auftritt so lange her war. In den Play-offs wollten wir die vergangene Saison unbedingt mit der Qualifikation für die Ligaphase krönen. Im Rückspiel war die Atmosphäre dann wirklich außergewöhnlich: Das Stadion hat gebrannt und wir konnten eine ungeheure Wucht auf und außerhalb des Platzes feststellen. Man hat gespürt, welche Power wir zusammen entwickeln können", erinnert sich Bungert.

„Im Idealfall gelingt uns das Weiterkommen über die ersten Acht, aber auch der Weg über die Play-off-Phase im Februar wäre natürlich in Ordnung“ ()

Bis zur Winterpause geht es noch gegen Zrinjski Mostar (H), AC Florenz (H), Universitatea Craiova (A), Lech Posen (A) und Samsunspor (H). "Wir wollen weiterkommen, das ist klar. Wir trauen uns das zu, auch wenn in der Conference League Mannschaften mitspielen, die diesen Rhythmus ein bisschen besser kennen als wir. Final hat die Bundesliga trotzdem absolute Priorität. Im Idealfall gelingt uns das Weiterkommen über die ersten Acht, aber auch der Weg über die Play-off-Phase im Februar wäre natürlich in Ordnung", benennt Bungert die Ziele.

Heute hat Widmer Bungerts Rolle inne

Bei der letzten Mainzer Europatournee war der heute 38-Jährige so etwas wie der Vorgänger von Silvan Widmer. Bungert trug ebenfalls die Kapitänsbinde, wurde aber nur in zwei von sechs Spielen in der Europa League eingesetzt. "Wegen der englischen Wochen haben wir gelegentlich rotiert und ich war auch nicht allererste Wahl", erinnert er sich.

Die internationalen Spiele waren schon damals absolute Highlights. "Es war unser dritter Anlauf. Nachdem wir zweimal in der Quali-Runde gescheitert waren, hatten wir uns 2016 direkt für die Gruppenphase der Europa League qualifiziert. Jetzt hat man gesehen, wie lange es dauert, um wieder einmal in eine ähnliche Position zu kommen. Als Spieler von Mainz 05 wird man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine deutsche Meisterschaft gewinnen. Für unseren Klub ist es schon etwas sehr Besonderes, auf Tabellenposition fünf, sechs oder sieben zu kommen. Damals wie heute wissen wir es zu schätzen und haben total Bock auf diese Spiele", blickt Bungert zurück.

Auch an Details erinnert er sich noch genau: "Vor dem ersten Spiel saß ich in der Pressekonferenz auf dem Podium. Die Abläufe sind neu und aufregend: Die Pressekonferenz ist zweisprachig, alle laufen mit einem UEFA-Ausweis um den Hals herum und alles ist von der UEFA gebrandet. Man merkt an vielen Stellen die Unterschiede zu einem Bundesligaspiel."

Abschlusstraining in Mainz und dann in den Flieger

Die Reise nach Zypern ist ebenfalls alles andere als Alltag für den FSV-Tross. Am Mittwochmorgen findet das Abschlusstraining in Mainz statt. Danach geht es mit dem Charterflieger von Frankfurt nach Larnaka. Am Tag nach dem Spiel geht es wieder zurück. Zur Bundesligapartie am Sonntag beim Hamburger SV wird die Mannschaft erst am Spieltag anreisen und noch am gleichen Tag zurückfliegen.