Am 19. Spieltag ist es am Rande der Zweitligapartie zwischen dem 1. FC Magdeburg und Dynamo Dresden (1:2) zu schweren Ausschreitungen gekommen. Im Zuge der Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft nun eine erste Anklage erhoben - und diese wiegt schwer: Denn vor dem Landgericht Magdeburg wird dem 29 Jahre alten Beschuldigten versuchter Mord vorgeworfen.
Der Beschuldigte sei des versuchten Mordes hinreichend verdächtig, wobei ihm als Mordmerkmal niedrige Beweggründe zur Last gelegt würden, heißt es. Wie die Staatsanwaltschaft Magdeburg weiter mitteilte, werden dem Beschuldigten zudem besonders schwerer Landfriedensbruch, gefährliche Körperverletzung und Angriff auf Vollstreckungsbeamte in einem besonders schweren Fall vorgeworfen.
Laut Anklageschrift hätte der Wurf zu tödlichen Verletzungen führen können
Der deutsche Staatsbürger war am 28. Januar nur wenige Tage nach den Ausschreitungen festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Laut der Anklageschrift wird ihm vorgeworfen, sich an den Randalen beteiligt zu haben und in deren Verlauf unter anderem einen rund 15 Kilogramm schweren Pflasterstein aus kurzer Distanz und mit voller Wucht auf einen Polizeibeamten geworfen zu haben. Der Polizeibeamte wurde von dem Stein am Kopf getroffen und dabei verletzt. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft habe der Beschuldigte dadurch zumindest billigend in Kauf genommen, dass der Wurf zu tödlichen Verletzungen hätte führen können.
Bei den massiven Krawallen am Rande der Samstagabendpartie am 24. Januar 2026 waren laut Sachsen-Anhalts Innenministerium 64 Polizeibeamte verletzt worden, 17 davon mussten wegen ihrer Verletzungen im Krankenhaus behandelt werden. Zu den Ausschreitungen ist es gekommen, als eine Gruppe von FCM-Anhängern versucht hatte, in den Bereich der Gästefans einzudringen. Daran wurden sie von den Sicherheitskräften gehindert, woraufhin die Einsatzkräfte selbst zum Ziel der Aggressionen wurden.
Von Verbandsseite wurde der 1. FC Magdeburg wegen der gewaltsamen Ausschreitungen bereits zu einer Geldstrafe in Höhe von 186.000 Euro sowie einem Teilausschluss der Fans für eine Partie sowie eine weitere auf Bewährung belegt. Der FCM hat auf die Ereignisse reagiert und seine Sicherheitsmaßnahmen optimiert. Politik sowie Polizeiverbände hatten die Randale scharf kritisiert und harte Strafen gefordert.