"Die Regel, die Flick für Lamine Yamal gebrochen hat - und warum sie die Mannschaft von Barcelona spaltet", titelte etwa die spanische Sportzeitung As am Freitagmittag auf ihrer Website. Bezug nahm das Blatt dabei auf eine Aussage des Moderators Manu Carreno, der beim Radiosender Cadena SER von einer angeblichen Verspätung Lamine Yamals vor dem Champions-League-Duell mit Paris St. Germain (1:2) gesprochen hatte.
Barca-Coach Hansi Flick, für den Disziplin zweifellos eine große Rolle spielt, hätte sich daraufhin dazu entschieden gehabt, den 18-jährigen Angreifer aus der Startelf zu nehmen, wie er es vor wenigen Wochen etwa bereits bei Marcus Rashford gehandhabt hatte.
Im Fall von Lamine Yamal jedoch habe der Klub in Person von Sportdirektor Deco eingegriffen, wie Carreno erfahren haben will: "Deco musste vermitteln, damit Lamine spielen konnte. Flick nahm dieses Eingreifen nicht gut auf, da er der Meinung ist, dass Strafen für alle gleichermaßen gelten sollten", so der Moderator.
„Das ist völliger Bullshit.“ (Hansi Flick)
Ein brisantes Thema, das selbstverständlich auch auf der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen den benachbarten FC Girona (Samstag, 16.15 Uhr) aufgegriffen und an den Cheftrainer höchstpersönlich weitergegeben wurde. Der wiederum stellte unmissverständlich klar: "Entschuldigen Sie die Ausdrucksweise, aber das ist völliger Bullshit."
Flick schätze es "sehr, wie der Klub an unsere Arbeit glaubt. Wir genießen volles Vertrauen und von uns würde niemals so etwas verlangt werden. Ich habe nichts zu verheimlichen, denn das ist nicht wahr. Wenn jemand das sagt, dann lügt er", dementierte Flick das Gerücht mit ernster Miene.
Ferran Torres und Lewandowski verletzt
Spürbar mehr Begeisterung strahlte der 60-Jährige derweil verständlicherweise auch nicht aus, als er auf die aktuelle Personalsituation der Katalanen zu sprechen kam. Allen voran die Offensivabteilung leidet unter zahlreichen Ausfällen - beispielsweise fehlte Raphinha in den vergangenen drei Pflichtspielen.
Während auf der einen Seite Lamine Yamal und Fermin nun wieder einsatzfähig sind, aber noch "nicht 90 Minuten spielen können", kamen Ferran Torres und Robert Lewandowski im Gegenzug verletzt von ihren Nationalmannschaften zurück. Ersteren bremst eine Überlastung der Oberschenkelrückseite am linken Bein, Letzteren ein Muskelriss am linken hinteren Oberschenkel.
"Wir müssen das schaffen, das ist unsere Aufgabe", verdeutlichte Flick trotz der Verletztenmisere. Im katalanischen Derby geht es für Barca darum, die passende Reaktion auf die jüngste 1:4-Klatsche in Sevilla zu liefern - und damit womöglich auch weitere Unruhe von außerhalb in Schach zu halten.