In einem ungewöhnlichen Trikot werden die Freiburger am Sonntag (15.30 Uhr, LIVE! bei kicker) im Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt auflaufen. Es huldigt 50 Jahren Frauenfußball beim Sport-Club, und auf ihm sind die Namen aller ehemaligen Spielerinnen des Vereins verewigt. Der Zufall wollte es, dass sowohl die Frauen in ihrem Jubiläumsspiel gegen Frankfurt antraten, wie jetzt eine Woche später die Männer. Und die SC-Frauen haben vorgelegt, sie haben vergangenen Sonntag im Dreisamstadion vor knapp 9000 Zuschauern nach zweimaligem Rückstand noch 3:2 gegen die Eintracht gewonnen.
Nun wollen die Männer nachlegen, haben allerdings keine gute Bilanz gegen die Hessen aufzuweisen. Im Europa-Park Stadion sind sie gegen Frankfurt noch sieglos (zwei Remis und zwei Niederlagen), und in der Vorsaison haben sie beide Begegnungen verloren. Noch bitterer als die 1:4-Hinrundenniederlage war für den SC das 1:3 zuhause im Saisonfinale, mit dem sie einen Champions-League-Startplatz verspielten, den sich der Gegner sicherte.
Schuster hat keine Revanchegedanken
Trainer Julian Schuster hegt trotzdem keine Revanchegedanken. "Es würde nicht mehr verändern, was wir am letzten Spieltag verpasst haben", sagte er. Ihn treibt dabei eher ein anderes Thema aus der Vorsaison um: dass es seinem Team nicht gelungen ist, gegen die Klubs zu gewinnen, die am Ende vor dem SC in der Tabelle standen. "Das ist für mich ein Anreiz, da wieder neue Möglichkeiten zu bekommen." Zuversichtlich stimmt Schuster dabei, dass schon in der vergangenen Rückrunde die Spiele gegen die Topteams besser gewesen seien. Gegen Leverkusen holte Freiburg ein Unentschieden.
Mit dem jüngsten Heimspiel gegen Frankfurt hat sich der SC-Coach dennoch beschäftigt, weil mit Dino Toppmöller weiter der gleiche Trainer zuständig ist, auch wenn sich das Gesicht der Mannschaft etwas verändert hat. Unter anderem durch Neuzugang Ritsu Doan, der vom Sport-Club im Sommer zu den Hessen gewechselt ist. Der Japaner wird vor dem Spiel noch offiziell verabschiedet. "Wir werden Danke sagen für die tolle gemeinsame Zeit, in der beide voneinander profitiert haben", sagte Schuster, "es ist schön ihn wiederzusehen - aber noch schöner wäre es, wenn wir ihn am Sonntag in den Griff bekommen."
Atubolu kann spielen
Seine Spieler haben den Vorteil, dass sie die Stärken und Tricks des 27-Jährigen, der drei Jahre beim SC war, aus dem Training kennen. Insgesamt muss das das Team laut Schuster "perfekt vorbereitet sein, was unsere Defensive angeht, weil Frankfurt offensiv sehr viele Qualitäten hat, mehrere Spieler strahlen eine sehr hohe Torgefahr aus". Die Eintracht hat mit 17 Toren die zweitbeste Offensive der Liga. "Wir müssen so gut verteidigen, dass wir ihnen die größte Stärke nehmen", so der SC-Coach.
Im Tor wird Noah Atubolu stehen, der "mit einem breiten Grinsen, aber Schmerzen im Gepäck" (Schuster) nach Freiburg zurückgekehrt war, sich von seinem Schlag aufs Knie im Training der deutschen Nationalmannschaft aber erholt hat. Ausfallen wird nur Cyriaque Irié, der sich nach einer Malaria-Erkrankung aber auf dem Weg der Besserung befindet, und schon individuell auf dem Platz gearbeitet hat.
Beste trifft auf seinen Vorgänger
Beim Sport-Club hat sich inzwischen Niklas Beste auf der Rechtsaußen-Position festgespielt, die zuvor fest an Doan vergeben war. Die ersten beiden Bundesligaspiele, und damit die einzigen Niederlagen, verpasste er noch wegen muskulärer Probleme, danach stand er immer in der Startelf.
Der Linksfuß überzeugte dabei vor allem durch seine Defensivarbeit, an Toren war der 26-Jährige noch nicht beteiligt. "Ich bewerte nicht nur in Form von Scorerpunkten, sondern danach, welchen Input man gibt, und der ist sehr gut und vielschichtig", sagte Schuster. "Scorerpunkte können folgen, wenn die Leistung stimmt." Die nächste Chance dazu wird Beste wohl am Sonntag bekommen, im direkten Aufeinandertreffen mit seinem Vorgänger.