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Färöer feiern Rekordsieg - und stürzen Montenegro in einen "Albtraum"

kicker

In den Katakomben des Torsvöllur, dem Nationalstadion der Färöer, ging es nach Spielschluss rund. Zumindest in der Heimkabine. Singend und tanzend feierten die Spieler der Nationalmannschaft der kleinen Inselgruppe im Nordatlantik ihren Rekordsieg, zu sehen in einem Video, das der nationale Fußballverband am späten Donnerstagabend auf seinen sozialen Kanälen teilte.

Knapp 2800 Kilometer Luftlinie entfernt war die Stimmung ebenfalls am Siedepunkt, allerdings im genau gegensätzlichen Sinne. Von einem "Tiefpunkt" und einem "Albtraumdebüt" für Montenegros neuen Cheftrainer Mirko Vucinic - seit Mitte September im Amt - war in der montenegrinischen Presse zu lesen. Der Grund für die jeweiligen emotionalen Ausbrüche: Färöer fegte in der WM-Qualifikation mit 4:0 über Montenegro hinweg.

Das Heimteam steht damit in Gruppe L der WM-Quali bereits bei drei Siegen aus sechs Spielen und damit auf dem 3. Rang hinter Kroatien und Tschechien. Der Erfolg gegen Montenegro war aber aus anderem Grund historisch: Noch nie zuvor erzielten die Färöer vier Tore in einem Pflichtspiel - entsprechend stellt der 4:0-Erfolg auch den höchsten Pflichtspielsieg der Nationalmannschaftsgeschichte dar (2021 gelang auch mal ein 5:1 gegen Liechtenstein, allerdings in einem Freundschaftsspiel).

Frederiksberg: Doppeltorschütze und Pizzaverkäufer

Der 24 Jahre alte Hanus Sörensen, der für den Hauptstadtklub HB Torshavn auch schon mal in der Conference-League-Qualifikation spielte, erzielte einen Doppelpack, genau wie Arni Frederiksberg. Der 33-Jährige schaffte es 2023/24 mit seinem Verein Klaksvik Itrottarfelag sogar in die Gruppenphase der Conference League - und verdient sein Geld eigentlich als Verkäufer in einem Großhandelsunternehmen, das unter anderem Tiefkühlpizzen vertreibt, wie er mal vor zwei Jahren dem norwegischen öffentlich-rechtlichen Rundfunk NRK erzählte.

Nun führte er die Färöer zu einem nicht unverdienten Rekordsieg, wie die Beteiligten im Anschluss meinten. "Wir hatten das Gefühl, dass wir im Laufe der Partie immer gefährlicher wurden", sagte Stürmer Meinhard Olsen. "Wir waren einfach besser über das gesamte Spiel."

Die nächsten Gegner der Färöer heißen Tschechien und Kroatien, in den jeweiligen Hinspielen präsentierten sich die Färinger als harte Nuss. Kroatien fuhr auswärts nur einen 1:0-Arbeitssieg ein, Tschechien siegte zuhause nur mit 2:1 dank des Treffers von Patrik Schick in der 85. Minute. Ohnehin dürfte die WM-Quali schon jetzt und unabhängig der beiden kommenden Ergebnisse als großer Erfolg für die gut 54.000 Einwohner der Färöer gelten. Manch einem ist nach dem Rekordsieg vielleicht auch heute noch zum Tanzen zumute.