Wie die Catapult Sports Limited, eine der weltweit größten Firmen im Bereich der Sporttechnologie, bekanntgab, plant sie den Kauf der Impect GmbH. Das ist eine Datenanalyse-Firma, die Stefan Reinartz und Jens Hegeler, einst beide Profis bei Bayer Leverkusen, 2014 gemeinsam aus der Taufe gehoben haben und die vor allem für den Begriff "Packing-Werte" bekannt ist. Dieser misst, vereinfacht ausgedrückt, wie viele gegnerische Verteidigungslinien ein Spieler mit einem Pass oder einem Dribbling überspielt, also im Endeffekt die Effizienz eines Angriffs. Exakt jenen Begriff stellt Catapult in seinem "Acquisition announcement", zu deutsch Kaufankündigung, als besonders werthaltig heraus.
10 Millionen Euro fließen erfolgsabhängig
Die Anteile an Impect halten aktuell Reinartz (35 Prozent), Hegeler über die 22 Invest GmbH (30 Prozent), Lukas Keppler, Matthias Sienz (beide 10 Prozent) sowie die Athletia Invest GmbH (15 Prozent), die unter anderem gemeinsam mit der DFL das Anti-Piraterie-Joint-Venture "ryghts" gegründet hat. Im August 2022 war zudem die Ex-Nationalspielerin Turid Knaak ins Management eingestiegen, die auch Co-Gastgeberin des kicker-Female-Podcasts ist. Das in Köln ansässige Unternehmen arbeitet mit zahlreichen Klubs und Verbänden zusammen und ist in den vergangenen Jahren kräftig gewachsen.
„Impect ist die Lösung, die Teams und Verbänden einen taktischen Vorteil verschafft.“ (Will Lopes, CEO der Catapult Sports Limited)
Nun also soll eine Übernahme folgen durch Catapult, das wiederum entstanden ist aus einer Kooperation zwischen dem Australian Institute of Sports und einem Wissenschaftszentrum zur Förderung australischer Athleten vor den Olympischen Sommerspielen in Athen 2004. 2006 wurde die Firma offiziell gegründet und fördert seither Innovationen in der Sportbranche. Zunächst sind 40 Millionen Euro für die Impect-Anteile fällig, weitere bis zu 38 Mio. Euro fließen in den nächsten vier Jahren. 10 Mio. Euro aus diesen künftigen Zahlungen sind erfolgsabhängig. Noch ist der Kaufprozess nicht final abgeschlossen, allerdings dürfte es sich insgesamt eher um eine Formsache handeln.
Reinartz, Hegeler und Co. bleiben im Management an Bord
"Impect ist die Lösung, die Teams und Verbänden einen taktischen Vorteil verschafft, indem sie Fußballintelligenz quantifiziert, visualisiert und in ihre täglichen Arbeitsabläufe einbettet", begründet Catapult-CEO Will Lopes den avisierten Kauf.
Reinartz erklärt: "Von dem Moment an, als unsere Gründer von der Vision von Will und seinem Team hörten, war uns klar, dass die Integration unserer Technologie in die Catapult-Plattform eine Chance darstellt, unser Wachstum zu beschleunigen, von der globalen Reichweite und der führenden Position von Catapult in der Branche zu profitieren und gleichzeitig unsere unerschütterliche Innovationskultur beizubehalten." Dürfte bedeuten: Reinartz & Co. bleiben an Bord und entwickeln ihr Geschäft im Zusammenspiel mit den Australiern weiter.