Es war in Summe sicher nicht ganz der Saisonstart, den sich Eintracht Frankfurt nach dem ersten größeren Umbruch seit Jahren erhofft hatte. Unmittelbar vor dem ersten Auftritt im DFB-Pokal am Sonntag bei Zweitligist Viktoria Berlin und dem ersten Qualifikationsspiel zum Europa Cup gegen den 1. FC Slovacko, will die Eintracht an diesem Donnerstag gegen Bayer Leverkusen (19 Uhr, LIVE! bei kicker) die Saison aber in geregelte Bahnen lenken.
"Wir haben es verpasst, Leipzig früher den finalen Stoß zu geben, hatten erneut individuelle Fehler. Aber daran wächst eine Mannschaft auch", berichtet Trainer Niko Arnautis rückblickend auf das etwas mühsame 4:3 gegen RB Leipzig am vergangenen Montagabend. In Summe sei das aber "eine gute Reaktion auf Madrid" gewesen. Bei Real (0:3) hatte die Eintracht fünf Tage zuvor ihre Champions-League-Träume endgültig begraben müssen.
In der dritten englischen Woche in Folge war die Vorbereitung auf die anstehende Partie gegen Bayer Leverkusen nun erneut sehr kurz, weshalb Arnautis die meiste Zeit in zwei Gruppen trainieren ließ: Belastungssteuerung auf der einen Seite für die Stammkräfte, etwas mehr Intensität für die Einwechselspielerinnen. "Wir hatten gute Einheiten, haben den Gegner analysiert und sind vorbereitet", gibt sich Arnautis wie immer gelassen.
Viele Gegentore durch individuelle Fehler
Auch der Blick auf das derzeitige Torverhältnis der Eintracht bringt den Trainer nicht aus der Ruhe, obwohl die Eintracht in den vergangenen drei Spielen jeweils drei Gegentreffer kassiert hat. "Die meisten Gegentore sind durch individuelle Fehler entstanden. Das kann in dieser Phase der Saison noch vorkommen. Die Reaktion auf Fehler, wie wir damit umgehen, ist das Wichtigste. Ich bin davon überzeugt, dass es von Woche zu Woche besser wird", nimmt Arnautis seine Mannschaft in Schutz. Auch die neue erfahrene Abwehrchefin Amanda Ilestedt hatte sich unter anderem in den Spielen gegen Madrid den einen oder anderen Lapsus erlaubt, dabei auch ein Gegentor verschuldet. Genauso verantwortete Torhüterin Lina Altenburg gegen Leipzig einen Gegentreffer. "Aber Lina hat insgesamt ein tolles Spiel gemacht. Fehler gehören dazu, und Lina hat toll darauf reagiert, sogar ein Tor mit vorbereitet", lobt der Trainer. Jede Spielerin gehe durch solche Phasen, ist sich Arnautis sicher, dessen Ziel "90 Minuten voller Konzentration" sind.
Die wird auch nötig sein gegen Leverkusen, das Arnautis mit einer "enormen Physis" erwartet. "Sie werden vorne anlaufen, sich aber auch mal zurückfallen lassen. Was das Umschalten angeht, sind sie mit ihrer Dynamik, ihrem Tiefgang sehr gefährlich." Entsprechend erwartet der 45-Jährige ein "sehr intensives Spiel". Helfen soll dabei auch Angreiferin Nicole Anyomi, die nach zwei verpassten Spielen aufgrund einer Trainingsverletzung wieder voll belastbar ist und in den Kader zurückkehrt.