Zumindest ein wenig tröstete Nick Woltemade nach der späten Niederlage gegen Arsenal die Tatsache, dass ihm im wettbewerbsübergreifend fünften Spiel der zweite Treffer für Newcastle gelungen war. "Als Stürmer ist es immer gut, wenn du Tore schießt - gerade wenn du neu zum Verein kommst. Es war ein sehr schönes Tor, guter Kopfball. Klar bin ich froh drum, aber es ist natürlich bitter, wenn du zwei so späte Tore kassierst, dass es nachher dann sozusagen für nichts war", erklärte der DFB-Stürmer bei Sky.
Umso bitterer, hatten die Magpies im Rahmen eines VAR-Checks in der 87. Minute doch ernsthaft darauf hoffen dürfen, einen Handelfmeter - und damit die große Chance auf die erneute Führung - zugesprochen zu bekommen. Doch es sollte anders kommen: Der Video-Referee prüfte die Szene und teilte Schiedsrichter Jarred Gillett mit, dass dessen ursprüngliche Entscheidung - keinen Elfmeter zu geben - die richtige sei. In der sechsten Minute der Nachspielzeit drehten die Gunners schließlich die Partie.
Premier League erklärt VAR-Entscheidung
"Sehr fragwürdig, glaube ich", beurteilte Woltemade die strittige Szene im Nachhinein. Im eigenen Strafraum hatte der grätschende Arsenal-Verteidiger Gabriel einen Schuss von Anthony Elanga eindeutig mit dem linken Unterarm geblockt.
"Ich habe es nur auf der Bank gesehen und ich weiß nicht - die Handregel ist ja eh ein bisschen kompliziert -, aber wenn der Arm so weit abgestreckt ist und so weit in der Luft steht, könnte man schon Elfmeter pfeifen, glaube ich", führte Newcastles Torschütze aus - und wurde im Anschluss noch deutlicher: "Also ich wüsste ehrlicherweise nicht, wo es klarer ist, einen Elfmeter zu pfeifen."
Doch wie konnte es trotzdem zu diesem Urteil kommen? "Die Entscheidung des Schiedsrichters, keinen Elfmeter zu geben, wurde vom VAR überprüft und bestätigt. Es wurde befunden, dass der Ball von Gabriels Schienbein an seinen Arm abgefälscht wurde", informierte die Premier League via X. Eine entsprechende Andeutung hatte Referee Gillett zuvor schon auf dem Feld gemacht.
Auch ein Arsenal-Elfmeter wird aberkannt
Es war indes nicht das erste Mal, dass der Unparteiische respektive dessen Video-Assistent im St. James' Park in den Fokus rückte. Bereits in der ersten Hälfte hatten die Gäste aus Nordlondon zunächst einen Strafstoß nach Foulspiel von Nick Pope an Viktor Gyökeres erhalten, der nach minutenlanger Überprüfung aber ebenfalls zurückgenommen wurde. Ganz zum Unverständnis von Mikel Arteta.
"Ich habe es erst live und dann in der Wiederholung gesehen, und für mich war es ein Elfmeter", fiel die Einschätzung von Arsenals Trainer unmissverständlich aus. Vor der Saison sei vonseiten der Schiedsrichter abermals darauf hingewiesen worden, dass sich der VAR nur bei klaren Fehlentscheidungen einschalten würde - "und für mich ist es sehr klar, dass er nicht eingreifen muss, weil es ein Elfmeter ist", schloss Arteta mit dem Thema ab.
Die Frage, ob der leichte Ballkontakt von Magpies-Keeper Pope tatsächlich ausreichte, um den Strafstoß zurückzunehmen, muss die Gunners zumindest aufgrund des positiven Resultats nicht weiter beschäftigen. Durch den wichtigen Auswärtssieg verkürzte der Tabellenzweite den Rückstand auf Spitzenreiter Liverpool, der zuvor bei Crystal Palace verloren hatte (1:2), auf zwei Punkte.