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Fürths Matchwinner beim Remis - und das eine Prozent bei Klaus

kicker

Zwei Gegentore, Platz 16 in der Tabelle und die vergebene Großchance zum möglichen Derbysieg: Fürth hätte mehrere Gründe für lange Gesichter nach dem 2:2 in Nürnberg gehabt. Doch die Lesart des Remis ist nachvollziehbarerweise eine sehr positive, was in den vergangenen Wochen begründet ist.

Heiko Vogel wollte sich vor seinem ersten Spiel als Kleeblatt-Trainer nicht in die Karten schauen lassen. Zumindest beim Debüt hatte der Nachfolger von Thomas Kleine schließlich den Vorteil, den Gegner mit einem System überraschen zu können.

Rückkehr zur Viererkette

Zum zweiten Mal in dieser Spielzeit kehrte die SpVgg zur Viererkette zurück. In Nürnberg erstmals mit einem flachen 4-4-2 und somit zwei kompakt stehenden Ketten. Diese Formation war von Vogel "bewusst so gewählt, weil es defensiv das einfachste System ist. Andererseits kann man damit am besten auf alle gegnerischen Systeme reagieren."

Nach 37 Gegentoren aus 14 Spielen galt das Augenmerk der defensiven Stabilität. "Man kann nicht alles verteidigen, aber man kann alles verteidigen wollen", so Vogel, das hätte seine Mannschaft gezeigt. Ohne richtige Torchance vor der Pause kam Nürnberg nach dem Seitenwechsel mit mehr Druck.

Dass die Fürther nach den beiden Rückständen durch Luka Lochoshvili (48.) und Mohamed Ali Zoma (57.) durch Felix Klaus (54.) und Aaron Keller (61.) jeweils schnell selbst zurückschlugen, darf als Schritt in die richtige Richtung gewertet werden. Mentalität und Widerstandsfähigkeit begleiten die Mannschaft schon lange, zuletzt allerdings oft als Mangelbeschreibung.

Beim großen Rivalen am Sonntag zeigte Fürth genau das, was es für den Abstiegskampf in der 2. Liga braucht. Auch die Ersatzspieler und der Staff auf der Bank waren ein belebendes Element. "Ich kann keine leblose Bank haben und erwarten, dass meine Mannschaft brennt", sagte Vogel dazu. "Emotionen sind in dem Geschäft ganz entscheidend".

Seinem Team attestierte Vogel eine "sehr gute Mentalität gegen den Ball. Die Art und Weise, wie wir die Tore erzielt haben, macht mir sehr viel Mut für die kommenden Aufgaben."

Keller blüht auf

In dem Nachbarschaftsduell ohne Sieger war Aaron Keller der heimliche Matchwinner. Der Schweizer Junioren-Nationalspieler, mit einer Verletzung im Sommer in Fürth angekommen, zeigte seinen besten Auftritt im Kleeblatt-Trikot und schaffte es in die Elf des Tages. Das fein heraus gespielte 2:2 war für Keller sogar "das größte Highlight meiner bisherigen Karriere". Den Jubel vor den mitgereisten Fans inklusive.

Der 21-Jährige war an so gut wie jedem Fürther Angriff beteiligt und zeigte auf seiner Wunschposition im linken Mittelfeld mit offensiven Freiheiten, nicht nur wegen seiner ersten zwei Scorerpunkte, warum er den Verantwortlichen die 700.000 Euro Ablöse wert war.

Dass Keller die Auszeichnung zum Spieler des Spiels nicht noch weggeschnappt wurde, lag an Felix Klaus und Nürnbergs Jan Reichert. Der Keeper lenkte Julian Greens Schuss gerade noch an den Pfosten, der Abpraller landete direkt vor dem Fürther Eigengewächs. Doch statt mit dem zweiten Treffer des Spiels zum Derbyhelden zu avancieren, parierte Reichert die hundertprozentige Chance.

"Von hundert Versuchen macht 'Klausi' ihn 99 Mal", sagte Vogel. Das eine Prozent Wahrscheinlichkeit verhinderte in Nürnberg so wohl Fürths Dreier, der angesichts vieler Nürnberger Chancen im zweiten Durchgang schmeichelhaft geraten wäre.

Der Auftritt beim Club war der erwähnte Schritt in die richtige Richtung, Fürth zeigte Haltung. Doch er offenbarte nicht nur bei beiden Gegentoren, wie viel Arbeit trotzdem noch vor dem Kleeblatt steht. Viel Zeit bis zur nächsten Aufgabe haben Vogel und sein Team nicht. Am Freitag gastiert Hertha BSC im Sportpark Ronhof.