Den Besuch des gesamten Teams im Kinderzentrum Bethel am Montag beschrieb Kniat als "einen wichtigen, schönen Termin, weil man weiß, dass man den Kids ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Wir können etwas zurückgeben und das machen wir sehr gerne."
Besuch verschiebt für Kniat die Relationen
Angefasst sei der eine oder andere Profi gewesen, erzählte der DSC-Coach, der Bewunderung zeigt für die jungen Patienten: "Wenn man sieht, wie die mit schwierigen Situationen umgehen und wie wir das manchmal tun - da muss man sich fast schämen. Die wissen oft nicht, ob die nächste Therapie anschlägt und wir beschweren uns über ein Unentschieden gegen Kaiserslautern."
Der Defensivplan ging auf - nun auch der in der Offensive?
Damit war der Bogen zum Sportlichen geschlagen und Kniat blickte noch einmal auf das 0:0 gegen den FCK zurück: "Wir haben uns vorgenommen, ganz viel Stabilität in unser Spiel zu bekommen. Kaiserslautern hat ganz wenig Chancen gehabt", sieht der 40-Jährige die erarbeitete Vorgabe fast perfekt umgesetzt.
Defensiv stabiler - hierbei erweitert Rückkehrer Leon Schneider nach überstandener Magen-Darm-Infektion die Optionen -, offensiv allerdings haben die Ostwestfalen nach nur einem Tor aus den letzten vier Partien aktuell mit Luft nach oben. Das weiß auch Kniat, der im erkrankten Joel Grodowski (sieben Treffer) auf seinen erfolgreichsten Torschützen verzichten muss. Wer also könnte in die Bresche springen? "Es ist mir egal, wer das Tor macht. Aber du musst den Jungs einen Plan an die Hand geben, dass du noch torgefährlicher wirst", sagte Kniat, der dieses Thema in der Trainingswoche zum Inhalt gemacht hat.
Auf den Hauptstadtklub habe man sich so vorbereitet, wie die Berliner bislang spielten: "Was Hertha gut macht, ist, dass sie ihren Plan gegen den Ball haben. Und sie haben gute Qualität im zentralen Mittelfeld sowie auch im Umschaltspiel", beschreibt der Bielefelder Trainer die Stärken des Aufstiegsaspiranten.
Schwierige, aber auch normale Phase
18 Punkte hat Kniat, für den besinnliche Weihnachten nicht davon abhängen, ob das Zählerkonto eventuell aufgestockt wird. Tabellenplatz 12 mit vier Punkten Vorsprung auf Rang 16 steht nach nur einem Punkt aus den letzten vier Partien zu Buche. "Der Tabellenstand ist normal, wir werden auch weiterhin Rückschläge haben", sieht der Coach die Situation für den Aufsteiger realistisch.
Kniat beschönigt auch nichts: "Ja, es ist eine schwierige Phase gerade, aber auch eine normale Phase. Es wird eine schwierige Saison. Aber das ganze Drumherum passt halt", verweist er auf den Zusammeninhalt. "Entscheidend ist, dass wir Woche für Woche ans Limit gehen und das Limit irgendwann wieder versetzen - und dann nach oben." Vielleicht gelingt das schon in Berlin.