Es beruhigt durchaus, dass die Familie El Mala offensichtlich so geerdet ist, dass der inszenierte Hype um Said, den jüngeren der beiden Brüder, nicht wirklich zündet. Und es beruhigt zusätzlich, dass die Schnappatmung der selbst ernannten "Transferjournalisten" noch nicht dazu führte, den Jung-Profi über die eigenen Füße stolpern zu lassen. Man müsse diesen Spielern Zeit lassen, forderte unlängst Bundestrainer Julian Nagelsmann, "sonst gibt es bei denen Kirmes in der Rübe". Im Gegensatz zu den Spekulanten der Transferbörse scheint der Spieler davon verschont geblieben zu sein.
Said El Mala antwortete am Samstag auf die Gerüchte (oder sind es schlicht Unwahrheiten?) auf seine Weise: Er hielt sich beim Torjubel die Ohren zu. Interpretierbar getreu dem Motto, dass man diesen Blödsinn nicht hören wolle. Dem Jungen mit Vertrag ohne Ausstiegsklausel bis 2030 gefällt es in Köln und bei seiner Mannschaft, er genießt die momentane Situation und wird - im Falle eines Falles - von den Kollegen aufgefangen.
Kapitän Marvin Schwäbe ließ am Samstag verlauten: "Dass wir gerade enorm von ihm und seinen Qualitäten profitieren, da brauchen wir nicht drumherum reden." Insbesondere die Tatsache, dass er von der Bank kommend "von jetzt auf gleich da war" rechnen ihm die älteren Kollegen hoch an. Weil es zeige, dass El Mala sich nicht hängen lässt, wenn er auf der Bank sitzt. "Ich glaube", sagt Schwäbe, "dass er ein guter Junge und gut geerdet ist." Deshalb mache man sich um ihn keine Gedanken.
Kwasniok kann über Gerüchte nicht mehr lachen
Des Kapitäns Einschätzung korrespondiert mit der des Trainers. Vor dem Spiel gegen Augsburg ließ Lukas Kwasniok gegenüber Sky verlauten: "Er gibt im Training Gas, ist demütig und hebt nicht ab. Natürlich kann man die Dinge um einen herum nicht ignorieren. Wenn er aber in die falsche Richtung abbiegt, drücken wir ihm ein Navi in die Hand und befördern ihn auf den richtigen Weg."
Mit angeblichen Angeboten des FC Bayern, aus Dortmund oder England kann man natürlich immer hausieren gehen, eine "Shortlist" erfinden, ist dann nur der nächste Schritt. Kwasniok kann darüber nicht mehr lachen: "Solch ein Umgang ist für mich einfach nicht in Ordnung. Für solch eine Behauptung muss kein Journalist eine Konsequenz fürchten, aber wie soll ein so junger Spieler das verarbeiten? Eigentlich gibt es keine Themen um ihn herum, die werden einfach künstlich aufgebauscht. Wie soll da jemand normal bleiben?"
Gute Frage. Die man allerdings nicht dem Spieler stellen sollte.