In der Saison 2017/18 spielte der inzwischen 30-Jährige als Leihgabe für ein Jahr unter Julian Nagelsmann in Sinsheim für die TSG Hoffenheim, noch etwas länger liegt eine gemeinsame Geschichte mit dem neuen Luxemburger Nationaltrainer zurück. Als Jugendlicher hat er einst am Jeff-Strasser-Cup teilgenommen.
Vor dem Abschlusstraining am Donnerstagabend wurde Serge Gnabry in den Katakomben der Arena daran erinnert und gestand: "Ich habe noch vage Erinnerungen an ein Jugendturnier in Luxemburg. Ich wusste damals allerdings nicht, dass es der Jeff-Strasser-Cup war."
Leichtigkeit statt Konkurrenzdruck als Hilfe
Für Gnabry geht es in diesen Tagen jedoch viel weniger um die Vergangenheit. Der Angreifer lebt im hier und jetzt. Und das ausgesprochen gut. Der Saisonstart beim FC Bayern ist nicht nur wegen drei Toren und drei Vorlagen in der Bundesliga geglückt, im letzten Länderspiel gegen Nordirland (3:1) traf er ebenfalls und registriert: "Treffer und Assists helfen einem Offensivspieler natürlich, eine gewisse Leichtigkeit zu verspüren. Man kommt in einen Flow und macht sich nicht viele Gedanken, ob man im nächsten Spiel womöglich nicht wieder spielt."
Exakt diese Beobachtung hat auch Nagelsmann gemacht. Konkurrenz, heißt es, belebt das Geschäft. Bei Gnabry nimmt der Bundestrainer und ehemalige Münchner Vereinscoach allerdings eher wahr, dass es dem Offensivallrounder hilft, beim FC Bayern derzeit im Zentrum gesetzt und nicht in einer permanenten Konkurrenzsituation zu sein. "Serge spürt viel Vertrauen und geht sehr befreit in die Spiele. Es ist sichtbar, dass es ihm gut tut für sein Spiel, denn er ist keiner, der sich wenig Gedanken macht."
Hinzu kommt aus Nagelsmanns Sicht als Faktor die augenblickliche körperliche Verfassung als Basis. "Serge ist körperlich super fit, nachdem er in der Vergangenheit das eine oder andere Wehwehchen hatte." Sein Urteil: "Die Bundesliga-Saison läuft bisher für Serge sehr, sehr gut."
Die Sicherheit und wieder gewonnene Leichtigkeit will Gnabry unbedingt auch bei der Nationalmannschaft in zwei ganz wegweisenden Spielen einbringen. "Ich will meine Form hier einbringen. Und ich versuche auch, mit meiner Erfahrung den jungen Spielern zu helfen, so wie mir in jungen Jahren Mesut Özil, Sami Khedira oder Thomas Müller geholfen haben."
Denn was am Freitag in der einstigen sportlichen Heimat und auch am darauffolgenden Montag in Belfast gegen Nordirland auf dem Spiel steht, sagt Gnabry nach dem holprigen Start in die WM-Qualifikation ohne Umschweife: "Wir müssen gewinnen." Es geht nicht um die Vergangenheit, sondern um die Gegenwart - und mit Blick auf die WM im Sommer auch um die Zukunft.