"Normalerweise", sagte Arne Slot nach dem 2:1 über Southampton im League Cup, "sagen die Emotionen eines Spielers viel aus." Damit sprach Liverpools Trainer die Verletzung von Giovanni Leoni an, der gegen die Saints sein Debüt für den LFC feierte, nach 81 Minuten aber auf der Trage vom Feld musste.
Der junge Italiener verletzte sich bei einem Zweikampf an der Seitenlinie, verdrehte sich dabei das linke Knie und zeigte sofort an, Schmerzen zu haben. Leoni konnte nicht mehr zurück auf den Rasen, ersetzt wurde er durch Milos Kerkez.
Nach der Partie wollte Slot noch nicht vom Schlimmsten ausgehen. "Hoffen wir auf das Beste", so der Niederländer. Es blieb aber bei der Hoffnung, denn der 18-jährige Italiener wurde inzwischen genauer untersucht. Das bittere Ergebnis: Kreuzbandriss. Damit fehlt das hoffnungsvolle Talent, das Liverpool im Sommer für über 30 Millionen Euro von Parma verpflichtete, wohl die ganze Saison. "Er wird ungefähr ein Jahr raus sein", bestätigte Slot am Freitag. "Das einzig positive ist, dass er noch so jung ist und dass er nach seiner Genesung von einer so schrecklichen Verletzung noch viele Jahre vor sich hat."
Engpass in der Abwehr
Die Sorgen in der Abwehrzentrale vergrößern sich für Slot dadurch drastisch. Schließlich klappte der Last-Minute-Transfer von Marc Guehi (Crystal Palace) nicht, wodurch Liverpool mit nur vier Innenverteidigern auf Top-Niveau in die Saison ging. Gesetzt sind Kapitän Virgil van Dijk und Ibrahima Konaté, zudem kann Joe Gomez zentral verteidigen, der Engländer ist jedoch seit Jahren höchst verletzungsanfällig.
Bleibt noch Rhys Williams, der 24-Jährige war vergangene Saison in die vierte englische Liga an Morecambe verliehen und spielt eigentlich keine Rolle in Slots Planungen. Im Notfall könnten auch Andrew Robertson oder Wataru Endo zentral in der Viererkette aushelfen, was aber natürlich nicht deren Idealposition ist. Leonis Ausfall trifft den LFC vor den anstehenden stressigen Monaten somit hart - zumindest wenn der ersten Garde auch noch etwas zustoßen sollte.
Leonis Platz in Liverpools Champions-League-Kader geht derweil an dessen Landsmann Federico Chiesa, der zuvor nicht berücksichtigt wurde.