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Hamburgs Posadas: Ein Regionalliga-Kapitän mit WM-Traum

kicker

Am 11. Juni 2026 beginnt die 23. Fußball-Weltmeisterschaft. Während die DFB-Mannschaft noch ein gehöriges Stück von der (direkten) Qualifikation entfernt ist, hat sich ein gebürtiger Hamburger das Datum bereits rot im Kalender angestrichen: Leonardo Garcia Posadas. Der 20-Jährige wurde erstmals in der Kader der A-Nationalmannschaft von Honduras berufen. Sein Team führt die Tabelle der Gruppe C der CONCACAF-Qualifikation in Mittelamerika an und hat an diesem Wochenende zwei Heimspiele gegen die direkten Konkurrenten Costa Rica und Haiti. Der Gruppenerste fährt zur WM, auch als Tabellenzweiter gibt es noch eine Play-off-Chance.

Während im Hinterkopf die Gedanken an mögliche Duelle mit Messi, Ronaldo, Mbappe oder Haaland reifen, muss Posadas noch auf seine erste Nominierung für den Bundesligakader des Hamburger SV warten. Der defensive Mittelfeldakteur ist seit Jahresbeginn der Taktgeber der Regionalliga-Mannschaft und teilt sich mit Lukas Bornschein das Kapitänsamt. Trainer Lukas Anderer baut auf ihn und freut sich: "Leo steht schon seit längerer Zeit im Blickpunkt des Nationaltrainers. In gemeinsamen Gesprächen hat sich die aktuelle Länderspielpause als der geeignete Zeitpunkt für seine erste Nominierung herauskristallisiert. Für die A-Nationalmannschaft des Heimatlandes seiner Mutter nominiert zu werden und im Idealfall auch auflaufen zu dürfen, ist natürlich eine ganz tolle Erfahrung für Leo."

Zwischenstopp beim BVB

Als Kapitän hatte sich Posadas bereits in der Jugend bewährt. Sogar bei vier seiner fünf Einsätze für die deutsche U-17-Nationalmannschaft trug er einst die Binde. Zu seiner letzten A-Jugendsaison wechselte Posadas nach acht Jahren beim HSV zu Borussia Dortmund. Dort kam er zu 31 Einsätzen, wurde Deutscher Vizemeister und noch zweimal in die U-19-Nationalmannschaft berufen. Doch der Sprung in den Herrenbereich ist nicht wirklich leicht - auch nicht beim für gute Talentförderung bekannten BVB. Nachdem er sich in der Sommer-Vorbereitung verletzt hatte, saß Posadas in der 3. Liga 15-mal auf der Bank, kam jedoch keine einzige Sekunde zum Einsatz.

Den Abstieg am Saisonende erlebte der mit 1,87 Metern alle körperlichen Voraussetzungen mitbringende Defensivexperte schon nicht mehr mit, denn im Winter rief die Heimat: Posadas kam in zwölf der ausstehenden 13 Partien zum Einsatz und spielte sich wieder in Bestform. Dass diese ihn nun in die Nähe einer möglichen WM-Qualifikation spülen würden, kam allerdings überraschend. Auch für den DFB: Denn natürlich muss es das Ziel des Verbands sein, die Talente in den U-Teams so zu entwickeln, dass sie auf Sicht in die eigene A-Nationalmannschaft integriert werden können. Zuletzt gelang das bei den beiden Regensburgern Kenan Yildiz (Juventus Turin/Türkei) und Can Uzun (Eintracht Frankfurt/Türkei) oder dem gebürtigen Hamburger Igor Matanovic (SC Freiburg/Kroatien) nicht.

Dass sich Posadas nun für die Nationalmannschaft des Honduras entschieden hat, scheint aus der momentanen Sicht die beste Lösung zu sein. Bislang konnte sich sein (neues) Team dreimal für eine WM qualifizieren: 1982, 2010 und 2014. Aber einen Sieg gab es in den neun Partien noch nicht. Da könnte doch ein echter Hamburger Geschichte schreiben - egal, wie die Stars der Gegner heißen.