Der Aufreger dieser FIFA Klub-WM 2025 hallt nach. Die schlimme Verletzung von Jamal Musiala, der sich im Viertelfinale seines FC Bayern gegen Paris St.-Germain das Wadenbein gebrochen und eine Sprunggelenksluxation zugezogen hat und viele Monate verletzt fehlen wird, wirft ihren Schatten über das sportliche Geschehen. Und es hat eine kontroverse Diskussion um Gianluigi Donnarumma ausgelöst.
Der PSG-Keeper war mit seinem robusten Einsteigen, als er den Ball unter sich begraben und Musiala dabei abgeräumt hat, der unglückliche Verursacher der schweren Verletzung. Bayern-Torhüter Manuel Neuer und Bayern-Vorstand Max Eberl warfen dem hochdekorierten Donnarumma Rücksichtslosigkeit vor. Er selbst äußerte sich kurz nach Ende der Partie via Instagram und schrieb: "Meine Gebete und besten Wünsche sind mit dir, Jamal."
Zwei Tage später wird Donnarumma zudem im Interview mit der Gazzetta dello Sport zitiert. Dort wehrt er sich gegen den Vorwurf, er habe rücksichtslos oder verantwortungslos gehandelt. "Ich bin sehr schockiert über das, was passiert ist, es war sicher nicht meine Absicht, Musiala zu verletzen", sagt der Champions-League-Sieger und italienische Europameister.
Auch Donnarummas Berater Vincenzo Raiola sprang seinem Klienten zur Seite. Der Sohn des berühmten und 2022 verstorbenen Spieleragenten Mino Raiola äußerte sich vor allem zu dem Vorwurf, seine bestürzte Reaktion unmittelbar nach dem Unfall sei Schauspielerei gewesen: "Er wollte nichts vortäuschen. Gigio ist ein sehr sensibler Junge. Er konnte die Szene nicht ertragen und wollte lieber weggehen und die Ärzte Musiala so gut es ging versorgen zu lassen."
Raiola berichtet darüber hinaus, dass sich Donnarumma schon in der Halbzeitpause der Partie und damit nur wenige Minuten nach Musialas Verletzung bei ihm gemeldet habe. "In der Umkleidekabine hat er sogar sein Handy eingeschaltet. In den vielen Jahren, in denen wir zusammenarbeiten, hat er das noch nie getan. Normalerweise schaltet er es eine Stunde vor dem Anpfiff aus, um sich auf das Spiel zu konzentrieren, und schaltet es nach dem Spiel wieder ein. Diesmal hat er mir eine Nachricht geschickt, in der er sagte, er sei aufgewühlt und habe es nicht mit Absicht getan."
Für Neuers Reaktion hat Raiola trotz allem Verständnis. Bayerns Kapitän forderte Donnarumma noch auf dem Platz auf, sich über Musiala zu erkundigen und sich zu entschuldigen. Und auch in dessen Worte klang mindestens eine gehörige Verbitterung, wohl auch ein Vorwurf durch. "Es ist normal, dass er seinen Teamkollegen verteidigt. Und er hat auch recht, wenn er sagt, dass man sich anders verhalten kann. Das stimmt, aber wir sind alle unterschiedlich und jeder verhält sich so, wie er kann", sagt Raiola.