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Hausjell: "Wir können Ballbesitz-Fußball und kämpfen"

kicker

Bislang ungeschlagener Tabellenführer trotz namhafter Abgänge wie Claudy Mbuyi (zu Rapid), Ramiz Harakate (GAK), Elijah Just (Motherwell), Dario Naamo (Dundee United) oder Turgay Gemicibasi (Admira). Damit hat beim SKN St. Pölten und wohl auch beim Rest der 2. Liga keiner gerechnet.

Einer der (neuen) Erfolgsgaranten heißt Marco Hausjell, stammt aus Felixdorf, pendelt von Eisenstadt (wo er mit seiner Freundin wohnt) nach St. Pölten, und trifft wie noch nie zuvor in seiner Profi-Karriere.

Sieben Mal hat er in den ersten sieben Runden zugeschlagen - sechs Mal mit rechts (darunter ein Zuckerschlenzer, ein Vollspannkracher und ein glücklich abgefälschter Schuss) und ein Mal wuchtig mit dem Kopf einen "Buzzer Beater" gelandet.

Hellwach ist der Offensivspieler immer: Gegen seinen Ex-Klub Stripfing (3:1) traf er gleich in der 2. Minute, gegen Vienna (2:1) köpfte er in der 96. Minute das Siegtor. "Das war sicher das Highlight", schwärmt Hausjell im Gespräch mit dem kicker, "da waren viele Emotionen dabei und das Stadion war richtig laut. Die Spieler, die länger hier sind, haben mir nachher gesagt, dass es solche Jubelszenen in ihrer Zeit hier noch nie gegeben hat."

Das schweißt zusammen. Hausjell fühlte sich in St. Pölten allerdings von der ersten Minute an wohl. "So einen guten Teamgeist wie hier, habe ich noch selten erlebt. Das spiegelt sich in den Ergebnissen wider."

Aus der Etappe

In den ersten zwei Pflichtspielen ließ ihn Trainer Cem Sekerlioglu noch stürmen, mittlerweile darf Hausjell hinter der jeweiligen Speerspitze (zuletzt waren das Reinhard Young bzw. Furkan Dursun) als Zehner oder Achter agieren.

"Unser Ballbesitz-Fußball kommt mit sehr entgegen, weil ich mich in den Räumen aufhalte und gerne tief gehe. Und wir haben auch hinten viele Spieler, die den Ball gut herausspielen können. Ich habe jedenfalls keine Probleme, mit dem Ball auf eine Innenverteidiger-Kette zuzulaufen", lacht Hausjell.

Beim 2:1-Auswärtssieg bei Austria Salzburg zeigten die Wölfe zuletzt auch "einmal mehr Charakter", wie Sekerlioglu nach den späten Toren von Hausjell (88.) und Young (96.) festhielt. "Da haben wir mit langen Bällen spielen müssen und sind gut nachgerückt. Wir können Ballbesitz-Fußball und kämpfen", hält Hausjell fest. Klingt fast wie eine Drohung!

"Den Stender" im Nacken

Entspannt bleibt der Führende der Torschützenliste und Scorerliste (ein Assist), wenn Punktesammler Marc Stendera (fünf Tore, zwei Assists) ihm wieder näher kommt. "Als der Stender den letzten Elfer reing'haut hat, hab' ich ihm gesagt: 'Den hast eh wieder gebraucht!'", lacht Hausjell. Nachsatz: "Seine Qualität am Ball ist für uns natürlich extrem wichtig. Er ist unser Ankerspieler."

Gegen Sturm Graz II wollen Hausjell und Co. am Samstag "natürlich wieder voll anschreiben", wie in allen bisherigen drei Heimspielen. Und Rapid im Cup-Achtelfinale? "Da brauchen wir einen überragenden Tag und haben hoffentlich ein volles Haus, dann wird es für die nicht leicht", sagt Hausjell und lächelt, "bislang sind mir die gelegen. Gegen die habe ich schon drei Tore gemacht."

Das war für Admira (im Frühjahr 2018 bzw. im Herbst 2020) in der Bundesliga. Wenn Marco, Marc ("Der Stender") und Co. so weitermachen, heulen die Wölfe dort womöglich auch früher oder später wieder.