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Heile Welt bei Aufsteiger Schöningen: "Das ist kaum zu toppen, das Jahr"

kicker

Das vergangene Jahr war ein gutes für die FSV Schöningen. Ein sehr gutes sogar. Der Aufstieg in die Regionalliga Nord war die Krönung für ruhige, aber zielstrebige und kontinuierliche Arbeit über Jahre. Ende 2025 gab es sogar noch eine Auszeichnung: Die 1. Herrenmannschaft wurde Mannschaft des Jahres im Landkreis Helmstedt. Eine Ehrung, die im gesamten Norden wenig Eindruck hinterlassen mag, für den Verein aber doch eine Bedeutung hat. "Die haben wir noch so mitgenommen", sagt Karsten Kräcker etwas lapidar. Was nicht heißen soll, dass er sich nicht sehr darüber gefreut hat.

Kräcker ist nicht nur Präsident der FSV Schöningen, sondern der Macher und Architekt des Erfolgs. Ohne ihn stünde Schöningen nicht da, wo die Fußball-Sport-Vereinigung jetzt steht. 2025 war dann auch für den Gastronom das bisherige Highlight seiner Funktionärskarriere. "Das ist kaum zu toppen, das Jahr", meint Kräcker.

Schlecht gestartet, gut gefangen

Er verweist auf den Aufstieg, den man stets im Hinterkopf gehabt hätte, der aber nie ein Muss gewesen sei. "Dann sind wir schlecht gestartet, aber haben uns gefangen."

Tatsächlich stand das Team nach fünf Spieltagen mit null Punkten und einer Tordifferenz von 1:15 auf den letzten Tabellenplatz. Viele hielten den Aufsteiger für nicht regionalligatauglich. Kräcker schon und stellte sich voll hinter Trainer Christian Benbennek. Die richtige Entscheidung.

Benbennek ist nach Kräcker der zweite Name, der unmittelbar mit dem Durchbruch des Vereins verbunden ist. Der Inhaber der UEFA-Pro-Lizenz hat die FSV in die Regionalliga gefühlt. Und er behielt in der schwierigen Anfangsphase Ruhe und Übersicht. "Christian ist ein absoluter Profi, der eine riesengroße Kompetenz hat", zeigt sich Kräcker restlos von seinem Trainer überzeugt. Ein wenig schmunzelnd verweist er darauf, dass dieser "in der Regionalliga Nordost gezeigt hat, dass er Meister werden kann." 2022 gewann Benbennek die Meisterschaft mit dem BFC Dynamo, verpasste in den Aufstiegsspielen gegen den VfB Oldenburg aber den Aufstieg in die 3. Liga.

Klassenerhalt als realistisches Ziel

Nun sprechen selbst die größten Optimisten in der 11.000-Einwohner-Stadt auch mittelfristig nicht vom Meistertitel in der Regionalliga Nord. Oberste Priorität in diesem Jahr hat der Klassenerhalt. Kräcker kann den Neustart in die Saison, die für Schöningen am 14. Februar mit einem Heimspiel gegen BW Lohne beginnt, kaum erwarten. "Ich freue mich richtig auf die Rückrunde. Ich denke, wir werden das hinkriegen, dass wir die Klasse halten."

Eine wichtige Stütze soll dabei Maximilian Sauer sein. Der ehemalige Profi von Eintracht Braunschweig, Greuther Fürth und dem MSV Duisburg kehrt nach Verletzung zurück. "Mit ihm werden wir eine bessere Abwehr haben", beschreibt Kräcker die Bedeutung Sauers. Mit 47 Gegentoren stellt Schöningen derzeit die viertschlechteste Defensive. Positiv ist auch die Rückkehr von Kapitän Daniel Reiche, der nach seinem Muskelbündelriss wieder bereit für die Startelf ist.

„Wir haben mündliche Zusagen, aber noch nichts Schriftliches.“ (Karsten Kräcker über mögliche Neuzugänge)

In der Winterpause will der Klub noch zwei, drei neue Spieler verpflichten. "Wir haben mündliche Zusagen, aber noch nichts Schriftliches", sagt Kräcker zum Stand der Verhandlungen.

Benbennek soll verlängern

Eine weitere Personalie, die wichtigste auch in Bezug auf die Zukunftsplanungen will der Vereinsboss zeitnah klären. Der Vertrag von Trainer Benbennek läuft am 30. Juni aus. "Ich werde die Tage mal mit ihm sprechen müssen. Wir planen gerade die Saison. Da ist er der erste Faktor, den man festmachen muss."

Von Problemen oder Dissonanzen geht Kräcker dabei nicht aus. "Wir sind im täglichen Austausch. Es macht einfach Spaß mit ihm." Die Freude an der Arbeit und das Binnenklima steht für den Unternehmer an oberster Stelle. Es könne immer alles besser laufen, "aber was mir richtig gut gefällt, ist unser Teamgeist. Das sind alles gute Jungs, die zueinander halten, die alle an einem Strang ziehen. Und ich sage immer: Die Mannschaft gewinnt Spiele und nicht irgendwelche Einzelkönner. Wenn du immer darauf Wert legst, dass das Team stark ist, hast du letztendlich auch Erfolge."

In den nächsten zwei, drei Jahren möchte der Präsident mit der FSV Schöningen zu einer festen Größe in der Regionalliga werden. "Ich wünsche mir, dass wir dahin kommen, wo die ersten Fünf sind. Wir können uns noch nicht mit Meppen oder Oldenburg messen. Aber so dahinter. Dass man nicht in Abstiegsgefahr kommt, sondern sich in der Liga etabliert."