Für Hoffenheim lauert vor dem Heimspiel gegen Borussia Dortmund gleich in zweifacher Hinsicht die Gefahr einer Gelbsperre. Zum einen sind die Schwarz-Gelben ein Angstgegner der TSG. Denn die Kraichgauer verloren ihre jüngsten fünf Heimspiele gegen Dortmund allesamt. Das ist die schlimmste Negativserie in der Bundesliga, nie zuvor musste die TSG zu Hause gegen einen Gegner so lange auf etwas Zählbares warten.
Schlimmste Negativserie der TSG gegen den BVB
Und obendrein kassierten die Hoffenheimer als Gastgeber des BVB in den jüngsten 13 Heimspielen immer mindestens ein Gegentor gegen die Dortmunder. Auch eine solche Gegentorserie im eigenen Stadion hatte Hoffenheim zuvor noch nie gegen einen Bundesliga-Konkurrenten. Das Spiel am Samstag wird also an sich schon eine knackige Herausforderung für die TSG.
Und zusätzlich muss Trainer Christian Ilzer eine bedenklich lange Ausfall-Liste im Auge behalten. Denn gleich fünf seiner Profis sind unmittelbar von einer Gelbsperre bedroht. Gerade erst hatte der Österreicher auf seinen niederländischen Achter Wouter Burger in Augsburg (2:2) verzichten müssen, nun stehen auch Leon Avdullahu, Robin Hranac, Grischa Prömel und Vladimir Coufal vor ihrer fünften Verwarnung. Verteidiger Albian Hajdari sieht gar bereits seiner zehnten Gelben Karte und damit seiner zweiten Sperre in dieser Saison entgegen.
Das könnte sich im Saisonfinale und im Rennen um die Champions-League-Plätze als limitierendes Manko erweisen. Zwar hatten die TSG-Bosse stets betont, auf derlei Faktoren in den jeweiligen Aufstellungen keine Rücksicht nehmen zu wollen, auch nicht vor dem BVB-Spiel, wie Ilzer am Freitag betonte: "Diese Überlegungen gibt es dann, wenn die Spieler gesperrt sind, davor nicht. Es ist im Laufe der Saison der Fall, dass Spieler aufgrund von Sperren ausfallen." Das könnte aber im schlimmsten Fall darin gipfeln, dass die TSG ohne gleich fünf Gesperrte in der Folgewoche zum Hamburger SV reisen müsste.
Gradmesser für Champions-League-Ambitionen
Mal sehen, ob Ilzer bei den Gelben wirklich alles auf eine Karte setzt. Avdullahu und Coufal scheinen derzeit nicht gleichwertig ersetzbar zu sein, dagegen gäbe es im Falle von Hajdari, Hranac und Prömel schon Alternativen, um zu verhindern, dass alle gemeinsam auf dem Feld stehen. So könnte die Gefahr einer Gelbsperrenflut zumindest dosiert und eingedämmt werden.
Wie in der Tabelle droht Hoffenheim jedenfalls auch im Ranking nach Verwarnungen und Platzverweisen weiter abzurutschen. Noch immer rangiert die TSG als Sechster im oberen Drittel, liegt aber in der Karten-Wertung soeben noch als Zwölfter im Mitteldrittel der Liga. Dazu tragen neben bislang 57 Verwarnungen auch zwei Rote Karten bei, beides harte Entscheidungen. In Bremen war Burger vorzeitig in die Kabine geschickt worden, in München Kevin Akpoguma.
So oder so ist Dortmund ein tauglicher Gradmesser für die Champions-League-Ambitionen der Kraichgauer, deren Chancen auf die Königsklasse in den vergangenen Wochen enorm sanken. Und womöglich taucht auf der Zielgeraden im Rückspiegel auch noch Eintracht Frankfurt noch unangenehm nah auf. Deshalb käme der TSG und Ilzer mal wieder ein Heimsieg sehr gelegen. "Die Vorfreude ist groß, ein ausverkauftes Haus, ein großes Spiel gegen einen großen Gegner, aber auch eine sehr, sehr gute Chance für uns", versichert Ilzer, "eine Chance gegen ein absolutes Spitzenteam zu überraschen, zu zeigen, wie unangenehm wir sein können, diese Chance wollen wir ergreifen."