Der Rahmen nach der Partie war vorbereitet, die Leistung davor passte ebenso dazu. Der Volkspark wurde besinnlich in blaues Licht getaucht, als die HSV-Profis ihre Ehrenrunde liefen nach einem Kalenderjahr, in dem im Mai die Zweitligazugehörigkeit beendet und in den Monaten danach die Bundesligatauglichkeit nachgewiesen wurde - auch gegen den Champions-League-Teilnehmer aus Hessen.
Elfadli kehrt nach Torunarigha-Aus kurzfristig zurück
"Es war ein verdienter und angemessener Jahresabschluss", konstatiert Merlin Polzin, "Ich bin glücklich, wie sich die Jungs am Ende alle reingeschmissen haben." Jene Jungs waren schon im Vorfeld der Partie durch die Ausfälle von Robert Glatzel, Yussuf Poulsen, Warmed Omari, Jean-Luc Dompé und Alexander Rössing-Lelesiit ersatzgeschwächt, Fabio Vieira schaffte es nach Grippe immerhin auf die Bank.
Nach dem Aufwärmen kam dann mit Torunarigha ein weiterer Ausfall dazu. Beim Abschlusstraining am Freitag hatte der Innenverteidiger eine Knieprellung erlitten, war aber dennoch für die Startelf vorgesehen. "Jordan", erklärt der Coach, "hat das Knie beim Warmmachen dann wieder gespürt und sich nicht spielfähig gefühlt."
Für Torunarigha kam kurzfristig Daniel Elfadli zu seinem Startelf-Comeback - obwohl der Ex-Magdeburger selbst erst aus einer Verletzungspause (Muskelfaserriss) kommt und zudem mit einer Erkältung angeschlagen war. "Daniels Einsatz", findet Polzin, "ist sinnbildlich für den Geist der Mannschaft." Nach rund einer Stunde aber waren auch beim unvorhergesehenen Rückkehrer die Kraftreserven aus, und der Trainer musste weiter improvisieren, ohne dass ein Bruch entstand, wenngleich die Gäste dem Sieg deutlich näher waren.
"Wir haben uns auf die Fahnen geschrieben, so aufzutreten und uns so reinzuschmeißen, dass sich unsere Zuschauer auf den Tribünen mit uns verbunden fühlen", erklärt der 35-Jährige und darf konstatieren: "Das ist uns gelungen." In dem gesamten ersten Bundesliga-Halbjahr seit sieben Jahren und auch am Samstag. 16 Punkte sind zwei Spiele vor dem Hinrundenabschluss ein ordentliches Zwischenzeugnis. Erst recht mit Blick auf den Umbruch und den einkalkulierten Fehlstart und auf die langfristigen Ausfälle.
Einer der Ausfälle gibt den Verantwortlichen gleichzeitig auch die größte Aufgabe für das Transferfenster im Januar auf. Kapitän Poulsen wohnte den dezenten Feierlichkeiten nach Abpfiff am Samstag nur auf Krücken bei, wird nach seiner Bänderverletzung mit Syndesmosebeteiligung wochenlang ausfallen - auf der Position des Mittelstürmers muss zwingend nachgerüstet werden.