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Illertissen ist wieder bereit für "gute Rolle" - Zweiter Anlauf mit Schmitt

kicker

Es liegen spannende und arbeitsreiche Wochen hinter Holger Bachthaler und seinem Team. Nach dem großen personellen Umbruch im Sommer seien die Erwartungen trotzdem hoch gewesen, blickt der Trainer des FV Illertissen zurück. "Wir haben eine gewisse Zeit gebraucht, sind jetzt aber wieder in der Lage, eine gute Rolle in der Regionalliga zu spielen".

Man habe die Ruhe bewahrt, schließlich waren Gegner wie Würzburg gleich zum Auftakt oder die Unterhachinger und Burghausen, beide unmittelbar nach der Sensation im DFB-Pokal gegen den 1. FC Nürnberg, auch keine Laufkundschaft. Die Niederlagen gegen die Topteams und Favoriten auf den Meistertitel schmerzen den Illertisser Übungsleiter nicht so sehr, wie das knappe und vermeidbare 2:3 im Nachbarschaftsderby beim FC Memmingen. Eine von nur zwei Pleiten übrigens in den vergangenen acht Spielen.

"Den Erfolg im Pokal mussten wir erst mal verarbeiten", gibt Bachthaler zu. Man wisse aber, was man zu tun habe, fügt er hinzu. Fast buchstäblich schmerzlich war für ihn zudem eine fast beispiellose Verletzungsmisere zu Saisonbeginn. Nahezu ein komplettes Team war wochenlang nicht verfügbar und gestaltete die Integration der neuen Spieler nicht einfacher.

Dass man tatsächlich auf einem guten Weg ist, hat das Nachholspiel gegen die SpVgg Ansbach am Dienstagabend gezeigt. Die Mittelfranken waren mit der Empfehlung von sieben Partien ohne Niederlage ins Vöhlin-Stadion gekommen - "die haben schon ganz schön Qualität", so Bachthaler - und mussten mit einer klaren 1:4-Schlappe im Kofferraum des Mannschaftsbusses die Heimreise antreten. Ein ganz frühes Tor von Tobias Rühle bescherte dem FVI einen Auftakt nach Maß. In der Folge blieb die eine oder andere Chance zu einem weiteren Treffer zunächst ungenutzt. Wie zu Spielbeginn gelang dafür nach dem Seitenwechsel erneut ein Traumstart, diesmal erhöhte Kapitän Max Zeller schnell auf 2:0. "Wir haben es dann konzentriert zu Ende gespielt" - Bachthaler durfte sich noch über weitere Tore von Rühle sowie Maximilian Neuberger freuen. Einziger Wermutstropfen im Spiel gegen den bis dahin unmittelbaren Konkurrenten war der späte Gegentreffer von Ansbachs Dino Nuhanovic.

Kleine Chance gegen Magdeburg

Gerade hier sieht Bachthaler noch Handlungsbedarf, die individuellen Fehler sollen reduziert und nach Möglichkeit ganz abgestellt werden. "Endlich einmal zu Null spielen" - wünscht sich Illertissens Trainer nun für die bevorstehende Hausaufgabe am Samstag gegen den VfB Eichstätt. Mit den Kickern aus dem Altmühltal bekommt man es erneut mit einem Gegner auf tabellarischer Augenhöhe zu tun. Mit großer Vorfreude blickt Bachthaler zudem bereits in Richtung Monatsende, dann kommt der 1. FC Magdeburg zum Zweitrundenspiel im DFB-Pokal nach Schwaben. "Die stehen für guten und attraktiven Fußball in der zweiten Liga" - in Illertissen hat man durchaus zur Kenntnis genommen, dass man in der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts nicht ohne Sorgen ist und zuletzt sogar Chefcoach Markus Fiedler entlassen hat. Vielleicht habe man ja doch eine kleine Chance, so die Hoffnung.

Nach der Beruhigung im Lazarett ist im Illertal dafür Ruhe auch an anderen Fronten eingekehrt. Durch die Kapriolen beim SSV Ulm 1846 war Bachthaler unter anderem als möglicher Trainerkandidat ins Spiel gebracht worden. Als reine Spekulation bezeichnet er die zurückliegenden Diskussionen um eine mögliche Rückkehr zum Drittligisten.

Klappt's mit Schmitt besser?

Keine Spekulation ist, dass Vater Karl-Heinz Bachthaler nun doch noch einen Nachfolger als Sportdirektor gefunden hat. Bekanntlich war der erste Versuch, sich in den Ruhestand zurückzuziehen, gescheitert, weil Sergio Pereira schnell den Job zurückgab. In Zukunft arbeitet mit Jochen Schmitt ein guter Bekannter in dieser Funktion beim FV Illertissen. Schmitt bleibt zwar hauptamtlicher Geschäftsführer bei der TSG Söflingen, einem der größten Ulmer Vereine, hat aber durchaus Stallgeruch. Zum einen haben Holger Bachthaler und Jochen Schmitt bereits beim SSV Ulm zu dessen Oberligazeiten zusammengekickt, zum anderen war Schmitt bereits beim FV Illertissen unter dem damaligen Trainer Karl-Heinz Bachthaler als Spieler aktiv.

"Er hat natürlich noch nicht das Netzwerk und wird eingearbeitet", freut sich Illertissens Vereinslegende über den Coup. Für ihn kam nur ein in der Region verwurzeltes Gesicht infrage. Schmitt hingegen will nun zunächst Vertrauen schaffen und die Mannschaften in Illertissen kennenlernen. "Erst mal die Quellen erschließen", sagt der 50-Jährige, der zuletzt einen Ulmer Bezirksligisten trainiert hat, zur neuen Aufgabe.