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"In dieser Verfassung nicht konkurrenzfähig": Für Curslack kam der Aufstieg zu früh

kicker

"Wir sind in dieser Verfassung nicht konkurrenzfähig. Es sind immer wieder die individuellen Fehler, die uns begleiten", sagte Trainer Olaf Poschmann am vergangenen Wochenende nach der 2:9-Niederlage gegen die TuS Dassendorf. Dabei sah die Welt nach dem ersten Spieltag noch rosiger aus: Platz zwei nach einem 4:1-Erfolg gegen HEBC. Aber danach wuchs die Erkenntnis: Der Aufstieg in der Relegation gegen das hochfavorisierte Team von TBS Pinneberg war ein Unfall und kam im zweiten Landesligajahr zu früh. Bislang kamen nur noch vier Punkte hinzu, das Torverhältnis steht bei 32:94.

Dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass Curslack in Hamburg eine der größten Nummern war. Zwischen 2006 und 2023 spielte der Verein durchgehend in der höchsten Klasse. Die lokalen Sponsoren standen Schlange, und so war es für viele hochkarätige Amateurfußballer gar kein großes Problem, ein paar Kilometer mehr zum Training zu fahren. Die Bäume schienen in den Himmel zu wachsen, als 2014 die Vizemeisterschaft hinter dem Neuling (!) Dassendorf erreicht und eine neue Tribüne gebaut wurde.

Henke als Erfolgs-Bauherr

Der Bauherr des Erfolgs war Torsten Henke: 16 Jahre lang war der als kaufmännische Angestellter beim größten Stromversorger der Stadt tätige Trainer, fing 2002 in der Bezirksliga an, nachdem er dort zuvor selbst gespielt hatte. Der heute 59-Jährige war weit mehr als Trainer - kümmerte sich am Gramkoweg von der Besetzung des Kassenhäuschens über Sponsoren, Clubheim-Pächter oder Trainingsplatz-Beleuchtung um alles ... Und so ganz "nebenbei" auch noch um den HSV, von dem Henke seit Kindesbeinen großer Fan ist und wo seine Tochter Laura in der Regionalliga spielt.

Henke entwickelte eine Mannschaft mit echten lokalen Größen wie Marco Blättermann, Christian Spill, Jan Landau, Marco Theetz oder Torwart Frederic Böse. Und der junge Nils Pichinot zeigte so gute Ansätze, dass er zum FC St. Pauli wechselte und in seinem ersten Zweitligaspiel gleich das Siegtor erzielte. Es blieb allerdings sein einziger Profieinsatz. Nach der Traumsaison konnte sich Curslack immer als etablierter Oberligist stabilisieren - bis Henke 2018 seinen Rücktritt erklärte.

Nun ist er wieder da, diesmal als Sportlicher Leiter. Seine Trainer-Nachfolger wie Matthias Wulff und Christian Woike hatten auch durch Corona nicht mehr die Voraussetzungen, um das Team in der Oberliga zu halten. Der Abstieg 2023 als Tabellen-19. war logisch, aber immerhin konnte auch dank Henke in der Landesliga der freie Fall abgewendet werden. Und sogar mehr: Der neue Coach Olaf Poschmann führte Curslack wieder nach oben und sogar zum Aufstieg. Dafür gehörte er bei der Wahl zu Hamburgs Trainer des Jahres zu den fünf Kandidaten. Nicht nur deshalb wurde der Vertrag des 58-Jährigen jüngst verlängert - trotz der Roten Laterne und dem wahrscheinlichen 100. Gegentor am ersten Dezember-Wochenende.