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Inter-Groll und ein Megafon-Vorfall: Wie es für Dzeko in Florenz lief

kicker

Für fünf Vereine hat Edin Dzeko seit seinem Abschied aus Deutschland - und vor seiner möglichen Rückkehr in diesem Winter zum FC Schalke 04 - gespielt. Wenn es nach ihm ginge, hätten es auch weniger sein können. Zumindest den Abschied von Inter Mailand im Sommer 2023 konnte Dzeko nicht nachvollziehen. "Für mich war das eine seltsame Entscheidung", sagte der bosnische Stürmer später der Gazzetta dello Sport. Dzekos Vertrag war damals ausgelaufen, Inter hatte ihn nicht verlängert. "Einen Stammspieler, der in allen wichtigen Spielen einschließlich des Champions-League-Finals spielt, hätte man auch behalten können."

So aber blieb das 0:1 im Finale der Königsklasse gegen seinen Ex-Verein Manchester City - Dzeko stand im Endspiel in der Startaufstellung - sein letztes Spiel im Dress der Nerazzurri. Das letzte auf der ganz großen Bühne des Sports. Am Spielort Istanbul schlug er einige Wochen später direkt wieder auf - und bei Fenerbahce direkt ein. In zwei Saisons in der SüperLig gelangen Dzeko - bei seiner Ankunft immerhin schon 37 Jahre alt - beeindruckende 35 Tore. Es sind seine bislang letzten im europäischen Ligafußball.

Denn die AC Florenz ist der erste Klub, bei dem der einstige Bundesliga-Torschützenkönig in seiner Karriere nicht mehr zuverlässig netzt. Ein Tor in der Conference-League-Quali gegen den ukrainischen Underdog Polissya Schytomyr, eines dann in der Ligaphase bei Rapid Wien - und seit Oktober gar nichts mehr. Zumindest keine Tore.

In die Schlagzeilen schaffte es Dzeko trotzdem Ende November für eine Kontroverse mit den Fans der in diesem Jahr abstiegsbedrohten Viola. Nach einem 0:1 in der Conference League gegen AEK Athen schimpfte er in Richtung der Unterstützer: "Ihr könnt ja sagen, dass wir schlecht sind und dass wir es nicht verdienen, dieses Trikot zu tragen. Das ist alles in Ordnung, kein Problem. Aber wenn wir zu Hause spielen, brauchen wir die Unterstützung der Fans und nicht ihren Spott bei jedem Fehlpass. Wir müssen gemeinsam aus dieser Situation herauskommen."

Vanoli lobt Dzeko - und setzt ihn auf die Bank

Nach dem Spiel, so Dzeko, könne man die Mannschaft ja ausbuhen, während des Spiels sei dies aber kontraproduktiv. "Wenn ein Spieler einen Fehler macht und die Buhrufe einsetzen, wird er beim nächsten Mal nervös, wagt vielleicht gar keinen Pass mehr oder will den Ball gar nicht mehr haben. Dann wird alles noch schwieriger."

Drei Tage später wurde tatsächlich alles noch schwieriger: 0:2 bei Atalanta Bergamo, das achte Spiel in Serie ohne Sieg. Und wieder meldete sich Dzeko zu Wort, diesmal sogar mit einem besonderen Hilfsmittel: Nach Spielschluss trat Dzeko mit einem Megafon vor den Auswärtsblock, um sich bei den Fans Gehör zu verschaffen. Sogar vom italienischen Verband FIGC wurde der Vorfall überprüft - letztlich ohne Konsequenzen für Dzeko. Florenz-Trainer Paolo Vanoli lobte seinen Routinier sogar als "endlich einen, der die Mannschaft mal verteidigt".

Seinen Einsatzzeiten half das aber auch nicht mehr. Während Dzeko unter Vanolis Vorgänger Stefano Pioli noch in fast jedem Spiel zumindest als Joker zum Einsatz kam, ist er unter Vanoli nicht mehr gefragt, kam in der Serie A nur noch auf zwei Kurzeinsätze. Die Chance für Schalke 04. Bald könnte es also heißen: Aufstiegsrennen statt Abstiegskampf.