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Ist Paderborn ein Spitzenteam? "Haben wir noch nie gesagt"

kicker

Als Ralf Kettemann nach dem 1:2 des SC Paderborn gegen die SV Elversberg ans Sky-Mikrofon trat, war der Knackpunkt der Partie schnell gefunden. "Wenn man sich die Minuten vor der Roten Karte noch einmal anschaut, war es natürlich spielentscheidend", ordnete der Trainer die Rote Karte gegen Calvin Brackelmann nach knapp einer Stunde ein, die das Momentum der Gastgeber jäh zerstört hatte.

"Ein ganz bitterer Zeitpunkt" sei es laut Kettemann gewesen, um in Unterzahl zu geraten. "Wir sind gut drin, schießen den Ausgleich, dürfen, müssen vielleicht danach sogar in Führung gehen", resümierte er die starke Phase seiner Schützlinge nach Wiederanpfiff, die Steffen Tigges bei zwei großen Chancen nicht mit dem 2:1 hatte belohnen können.

Zuspruch für Tigges: "Die Idee ist richtig"

Kritik für die Versäumnisse durch seinen Trainer gab es in Richtung von Tigges aber nicht. Stattdessen nahm Kettemann den Ex-Kölner in Schutz. Bei dessen erster Aktion, einer misslungenen Verarbeitung im Fünfmeterraum, sei "der Ball leicht abgefälscht" worden. "Dadurch verändert es sich und schaut doof aus."

Bei der zweiten Topmöglichkeit des Zielspielers hatte sich dieser derweil das Leder zu weit an SVE-Keeper Nicolas Kristof vorbei gelegt. Ein ebenso unglücklicher Moment, für den es dennoch Lob gab. "Seine Idee, als er im Eins-gegen-eins ist, ist richtig gut", bescheinigte Kettemann seinem Schützling und bekräftigte: "Klar: Wenn er einen engeren Haken setzt, ist er drin, aber die Idee ist richtig." Daher gebe es nur einen Ratschlag für den Stürmer, der seine einzigen beiden Saisontore gegen Bielefeld erzielt hatte: "Weitermachen!"

Weitergemacht hatten auch die Paderborner - trotz Unterzahl und Rückstand. Zwar kamen dabei keine klaren Chancen mehr zustande, hervorheben wollte Kettemann den Einsatz dennoch: "Sie haben so dagegen gehalten, gegen die beste Offensive der Liga - die uns nicht an die Wand gespielt hat." Stattdessen habe sein Team selbst zu zehnt noch "weiter versucht, Fußball zu spielen", wobei gegen elf Saarländer einfach nicht mehr drin gewesen sei.

Wie viel Topteam steckt im SCP?

Damit stehen nach drei Topspielen gegen drei Topteams drei Niederlagen in Serie. Und es stellt sich die Frage, ob Paderborn selbst als nunmehr Tabellendritter - Darmstadt und Hertha könnten zudem noch vorbeiziehen - eigentlich ein Topteam ist. "Wir haben noch nie gesagt, dass wir ein Spitzenteam sind. Das kam von außen", hat Kettemann eine klare Meinung, betont aber auch, dass es nicht so sei, "dass wir jedes Mal von diesen Topteams hergespielt wurden".

Stattdessen habe seine Mannschaft nicht nur gegen Elversberg, sondern auch gegen Schalke und Hannover "immer dagegengehalten". "Es ist uns klar, dass uns noch ein bisschen was fehlt, um dauerhaft diese Spiele zu gewinnen. Aber es ist nicht viel", umriss Kettemann daher die Gesamtsituation an der Pader - und damit gleichzeitig seinen Arbeitsauftrag.