Am 31. Spieltag der Saison 2024/25 lag Preußen Münster auf dem vorletzten Tabellenrang, der Abstand zum rettenden Ufer betrug fünf Punkte. Doch dank eines fulminanten Endspurts mit zwei Siegen und einem Remis konnte der damalige Aufsteiger die Ligazugehörigkeit doch noch sichern. Zwar erwartet Abwehrchef Paul Jaeckel vor dem Rückrundenauftakt am kommenden Samstag (13 Uhr, LIVE! bei kicker) gegen den Karlsruher SC erneut "ein hartes Rennen" um den Klassenerhalt - ein Zittern bis zur letzten Sekunde wird es nach Ansicht des 27-Jährigen aber nicht geben. Denn dazu, so Jaeckel, "spielen wir zu nachhaltig guten Fußball".
Weil der SCP unter dem neuen Coach Alexander Ende im zweiten Zweitligajahr in spielerischer Hinsicht einen großen Schritt nach vorne gemacht hat - was auch die Konkurrenten lobend anerkennen. Der anspruchsvolle Spielstil Endes ließ bei Jaeckel bei seinem Wechsel zunächst Zweifel aufkommen: "Ich habe mir anfangs auch die Frage gestellt, ob das überhaupt funktioniert, ob es aufgeht, ob ich die Herausforderung annehmen möchte", gestand er im kicker-Interview ein. Doch bereits nach kurzer Zeit habe er festgestellt, "dass das Hand und Fuß hat und mich persönlich auch weiterbringt", sagte Jaeckel - verbunden mit einem kleinen Seitenhieb auf seinen Ex-Klub: "Diese spielerischen Qualitäten konnte ich zuletzt bei Union nicht so zeigen."
Dafür hat Jaeckel seine Qualitäten bei den Adlerträgern zur Genüge unter Beweis gestellt: In seinen 16 Ligapartien stand er immer über die komplette Spielzeit auf dem Rasen, nur am 10. Spieltag musste er wegen einer Gelbsperre passen. Mit einer kicker-Durchschnittsnote von 3,03 ist er nicht nur der am besten benotete Akteur Münsters, sondern auch der viertbeste Verteidiger ligaweit. Dennoch sieht er bei sich noch Verbesserungsmöglichkeiten und hofft auf "kleine Steigerungen" in der Rückrunde.
Und auch für die Preußen sieht Jaeckel noch Luft nach oben und ruft die obere Tabellenhälfte als Ziel aus: "Ich traue uns das zu und will mal optimistisch sein." Auf der anderen Seite richtet Jaeckel bei aktuell nur drei Punkten Vorsprung auf den Abstiegs-Relegationsrang sowie deren fünf auf den ersten direkten Abstiegsplatz weiterhin den Blick auch nach unten. "Wir wissen, dass wir nicht viel Platz haben. Es ist jedem bewusst, dass wir uns nicht ausruhen oder auf unseren Spielstil verlassen dürfen, sondern zeigen müssen, dass er nicht nur schön anzusehen, sondern auch effektiv ist."
Kniffliger Auftakt in die Rückrunde
Wohin das Pendel für den SCP ausschlagen wird, könnte sich bereits frühzeitig andeuten. Denn der Start in das Jahr 2026 hat es für Münster in sich: Nach dem Auftakt in die Rückrunde am Samstag gegen den angeschlagenen Karlsruher SC folgen die zwei schweren Auswärtsaufgaben beim SC Paderborn (25. Januar) und beim 1. FC Nürnberg (30. Januar). Anschließend gastiert der formstarke VfL Bochum an der Hammer Straße (6. Februar), ehe mit dem Gastspiel bei Fortuna Düsseldorf (13. Februar) und dem Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern (22. Februar) zwei weitere ambitionierte Teams auf die Preußen warten.