Pascal Steinwenders Wecker klingelte am Samstag schon um 6 Uhr, doch das frühe Aufstehen hat sich gelohnt. Souverän gewann der Neuzugang von Kickers Emden mit dem SSV Jeddeloh II 4:0 auswärts bei Weiche Flensburg. Dabei gelang ihm zudem sein erstes Tor für seinen neuen Klub. Bereits um 7.30 Uhr machten die Jeddeloher sich auf den Weg, um rechtzeitig in Flensburg anzukommen. Steinwender ging gar noch früher aus dem Haus. Schließlich musste er zunächst noch von seinem Wohnort Emden nach Oldenburg fahren, um von dort gemeinsam mit dem SSV-Tross in den Norden Schleswig-Holsteins aufzubrechen.
Eigentlich hatte Steinwender geplant, im Winter zurück in seine Geburtsstadt Oldenburg zu ziehen. Auch dies war ein Grund für den Wechsel nach Jeddeloh. Die privaten Pläne haben sich nun nochmal geändert. Gemeinsam mit seiner Freundin wird der angehende Lehrer doch erst einmal in Ostfriesland bleiben. Den Wechsel zum SSV bereut er trotz des ständigen Pendelns ins Ammerland jedoch keineswegs. "Jeddeloh hat mir in den vergangenen Jahren immer wieder gesagt, dass sie mich haben wollen", erzählt der 29-Jährige. "Ich bin super happy mit dieser Entscheidung und fühle mich in der Mannschaft sehr wohl."
Zweitliga-Luft geschnuppert
Björn Lindemann setzte Steinwender zuletzt als Ersatz für Kasra Ghawilu auf einer der beiden Zehner-Positionen ein. "Er besitzt eine super Dynamik, einen guten Tiefenlauf und bringt viel Erfahrung aus höheren Ligen mit", lobt der SSV-Coach ihn. Steinwender kommt in seiner Karriere auf zwei Kurzeinsätze in der 2. Liga für den SC Paderborn. 39-mal stand er in der 3. Liga für den VfB Lübeck und den SC Verl auf dem Platz. Lindemann ist klar, dass Steinwender die Rolle anders interpretiert als Ghawilu. Der Kapitän des SSV, der in den ersten Partien der Saison fünf Treffer erzielt und fünf weitere vorgelegt hat, tritt in der Offensive eher als Spielgestalter auf. Steinwender wiederum kann mit seiner Geschwindigkeit rasch in die Spitze vorstoßen. Sein Tempo nutzte er auch bei seinem Treffer in Flensburg. "Pascal kommt von Woche zu Woche besser rein", beobachtet Lindemann. "Das ist noch nicht das Ende. Da geht noch mehr bei mir", ist sich wiederum Steinwender sicher.
Der Konkurrenzkampf in der Jeddeloher Startelf ist groß. Auch Max Wegner und Moritz Brinkmann wollen beim derzeit Tabellendritten auf Steinwenders Position in der Startelf stehen. Am Mittwochabend im Heimspiel gegen BW Lohne dürfte er allerdings wohl erneut wieder von Beginn an spielen. Zumal Ghawilu nach einem Teilriss einer Sehne im Adduktorenbereich erst Ende Oktober zurückerwartet wird. Die Verletzung zog der 26-Jährige sich beim Aufwärmen vor dem Auswärtsspiel beim SV Meppen zu. Nur drei Tage zuvor musste der SSV im NFV-Pokal 120 Minuten gegen den VfL Osnabrück spielen (5:4 im Elfmeterschießen). Dass der Verband trotz des Pokal-Spiels die Partie in Meppen (0:4) für den Freitagabend angesetzt hat, kann Lindemann nach wie vor nicht verstehen. "Das hat mich richtig geärgert", so der SSV-Coach. "Das Spiel hätte ich gerne gesehen, wenn wir, genauso wie Meppen, frisch in die Partie gegangen wären."
Zwischen der Partie in Flensburg und dem Heimspiel gegen Lohne liegen nun immerhin vier Tage. Fünf Pflichtspiele in Serie haben die Lohner mittlerweile verloren. Der SSV wiederum hat in dieser Saison bisher nur die Niederlage in Meppen kassiert. "Lohne hat einen sehr guten Kader und zuletzt auch ein bisschen Pech gehabt", mahnt Lindemann dennoch. "Es liegt an uns, wieder unseren Matchplan gut umzusetzen."