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Kassel sucht nach der Konstanz: Klingbeil mahnt die Grundtugenden an

kicker

Ein Punkt aus drei Spielen, das ist die magere Ausbeute des KSV Hessen Kassel der vergangenen englischen Woche. Damit rutschten die Nordhessen in der Tabelle auf den elften Rang ab und haben den Tabellenkeller wieder dicht vor den Augen. Eine Region, mit der man in dieser Saison nichts zu tun haben wollte und für die der Kader normalerweise auch zu stark besetzt ist.

Freilich kann man noch nicht von einer Krise sprechen: Bevor es am letzten Wochenende ein ganz schwaches 1:3 gegen Astoria Walldorf gab, brachte Kassel Spitzenreiter Freiberg beim knappen 2:3 an den Rand einer Niederlage. Bei diesem Spiel war mehr drin, genauso wie beim 2:2-Unentschieden gegen den Bahlinger SC. Hier zeigte der KSV eine starke erste Spielhälfte, verpasste es aber, mehr, als nur eine 1:0-Führung herauszuschießen.

Was Kassel derzeit fehlt, sind konstant starke neunzig Minuten. Eine gute Halbzeit reicht bei der Ausgeglichenheit der Regionalliga Südwest nicht aus. So beweist der elfte Tabellenplatz vor allem eines: Die Mannschaft stellt derzeit nur Durchschnitt dar. Und: Es wurden einige Punkte unnötig liegen gelassen.

Blutleer gegen Walldorf - Klingbeil muss improvisieren

So auch gegen Walldorf. Das Kasseler Spiel war derart blutleer, dass Trainer René Klingbeil in der Halbzeitpause beim Stand von 0:2 gleich viermal wechselte. Der zweite Abschnitt, mit viel jungem Personal, war dann zwar besser, änderte aber auch nichts mehr an der verdienten Niederlage. "Wir können gegen jeden Gegner gut aussehen, aber auch gegen jeden Gegner verlieren", analysierte Mannschaftskapitän Adrian Bravo Sanchez im vereinseigenen Löwen TV und ergänzte: "Wir müssen uns nun in dieser Woche wieder unsere Tugenden erarbeiten." Was heißt: Kampfgeist, Einsatz- und Leidenschaft fehlten in der verkorksten ersten Halbzeit gegen Walldorf völlig.

Ein Grund für die derzeit nicht vorhandene Konstanz ist die personelle Situation. Anders als in der erfolgreichen Rückrunde der Vorsaison, als die Mannschaft von Sieg zu Sieg eilte und wochenlang nicht verändert werden musste, ist Klingbeil diese Saison dazu gezwungen, ständig zu improvisieren. Gegen Walldorf fehlten mit Innenverteidiger Frederic Brill (Rückenprobleme), Außenverteidiger Nael Najjer (Muskelbündelriss) und dem gesperrten Lukas Rupp drei wichtige Stammkräfte, deren Ausfall nicht ausreichend kompensiert werden konnte.

„Wir müssen uns in dieser Woche genau anschauen, wer bereit ist, zu spielen.“ (René Klingbeil)

Die sportliche Führung des Vereins tut derweil alles, um das Niveau des Kaders weiter zu heben: Ende September wurde der vereinslose Danny Breitfelder (28) verpflichtet, der bis zum Sommer beim West-Regionalligisten Fortuna Köln unter Vertrag stand. Breitfelder ist nach Benjamin Girth (33) und Zvonimir Plavcic (21) der dritte Mittelstürmer und erhielt einen Vertrag bis Saisonende.

Am kommenden Samstag muss der KSV bei der zweiten Mannschaft des SC Freiburg antreten, die Punktgleich mit den Nordhessen auf Rang 13 steht. "Wir müssen uns in dieser Woche genau anschauen, wer bereit ist, zu spielen", sagt Klingbeil vielsagend. "Die Grundtugenden brauchen wir schon."