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Kehl arbeitet mit "Hochdruck" an der Kader-Optimierung

kicker

Aus Fort Lauderdale berichtet Matthias Dersch

In der DFL-Kommission Fußball arbeiten Dortmunds Sportdirektor Sebastian Kehl und Bayerns Sportvorstand Hand in Hand zusammen. Der Kontakt der beiden Funktionäre und Ex-Profis ist gut, von den früheren Reibereien und Sticheleien zwischen Dortmund und München ist nichts mehr übrig, stattdessen herrscht weitgehende Harmonie. Derzeit aber, sagte Kehl sinngemäß am Sonntagabend (Ortszeit) im Dortmunder Klub-WM-Quartier in Fort Lauderdale, herrsche Funkstille. Nicht etwa, weil man sich zerstritten hätte, sondern weil es nichts zu besprechen gäbe.

Der BVB will 65 Millionen Euro für Gittens

Interessant ist die Aussage vor allem deshalb, weil die Bayern derzeit an einem Spieler des BVB interessiert sind: Flügelstürmer Jamie Gittens ist auf der Prioritätenliste des FC Bayern zuletzt wieder ein paar Plätze nach oben geklettert, nachdem ein Wechsel zum FC Chelsea vor der Klub-WM nicht zustande gekommen war. 55 Millionen Euro hatten die Londoner der Borussia geboten, doch Kehl lehnte das Angebot ab. Die Dortmunder Preisvorstellung liegt rund zehn Millionen Euro höher - und soll sich nach dem kontinentalen Wettstreit in den USA erfüllen.

Gittens und der FC Chelsea waren sich Anfang Juni bereits über die Vertragsmodalitäten einig geworden, hätte der Premier-League-Klub die Dortmunder Ablösewünsche erfüllt, wäre er bereits als Spieler der "Blues" in die Vereinigten Staaten gereist. Allgemein war daher bislang angenommen worden, dass Chelsea nach der Klub-WM mit einem neuen Angebot auf den BVB zukommen werde. Jetzt könnten die Bayern dazwischenfunken - sofern sie sich denn mit Gittens einig werden.

Abnehmer für Haller und Moukoko gesucht

Erst dann käme der BVB ins Spiel, um die Ablöse zu verhandeln. Die Rahmenbedingungen eines potenziellen Gittens-Transfers sind den Bayern durch Dortmunds Poker mit Chelsea bereits bekannt. "Im Moment", präzisierte Kehl in den USA, "gibt es zu dem Thema nicht mehr zu sagen." Das jedoch kann sich in den nächsten Tagen ändern.

Langweilig wird dem 45-Jährigen derzeit dennoch nicht, liegen doch einige Themen auf Kehls Schreibtisch im Mannschaftshotel an der Promenade von Fort Lauderdale. In Sebastien Haller und Youssoufa Moukoko kehren bald zwei zuletzt verliehene Spieler zum BVB zurück, die hohe Gehälter kassieren, mit denen der Klub aber nicht mehr plant. Abnehmer für sie zu finden, die auch die Spieler zufrieden stellen, ist eine Aufgabe, mit der Kehl derzeit beschäftigt ist.

Kehl: "Ich verstehe in Teilen die Ungeduld"

In die Karten lässt er sich der in der Öffentlichkeit stets zurückhaltende Sportdirektor der Borussia nicht schauen. "Wir arbeiten natürlich an Themen auf der Abgabeseite und wollen in den nächsten Tagen auch vorwärtskommen. Da bin ich mit Hochdruck dran", sagte er am Sonntag, ohne Details zu nennen. Bei den Spielern, die nicht in den USA dabei seien - also Haller und Moukoko - "wollen wir Lösungen finden". Für den BVB wäre das vor allem deshalb wichtig, um sich weiteren Spielraum auf dem Transfermarkt zu verschaffen.

Auch ein Anruf von Eberl zum Thema Gittens könnte dabei helfen, so schnell aber dürfte er nicht kommen. "Wir haben heute erst den 22. Juni. Ich verstehe in Teilen die Ungeduld, aber wir wissen, dass wir noch ein wenig Zeit haben", sagte Kehl mit Blick auf das Sommer-Transferfenster, das sich am 1. Juli öffnet und am 1. September schließt.