Es war zweifelsfrei beeindruckend, als Oliver Glasner Anfang Dezember aus dem Kopf heraus das bevorstehende Programm von Crystal Palace aufzählte: "Ich denke an Shelbourne, ManCity, KuPS, Leeds, Arsenal, Tottenham", begann der 51-Jährige, ehe er nach einer kurzen Verschnaufpause ausführte: "Fulham am Neujahrstag, am vierten Januar geht es nach Newcastle, am siebten treffen wir auf Aston Villa, am zehnten spielen wir im FA Cup, am 13. spielen wir hoffentlich das erste Halbfinale im EFL Cup und dann am 17. das Rückspiel."
Vier dieser möglichen zwölf Partien sind inzwischen absolviert - zuletzt setzte es für die Eagles in der Liga eine deutliche Klatsche in Leeds. Auf eine mögliche "Übermüdung" wollte Glasner die 1:4-Pleite indes nicht zurückführen, vielmehr sei man die Aufgabe an der Elland Road mit dem "falschen Mindset" angegangen. "Es waren die Basics. Sie waren viel besser als wir. Man muss zuerst die Basics beherrschen, dann kann man über Taktik sprechen", so der Österreicher.
Glasner scheut sich nicht vor ungewöhnlichen Mitteln
Jeder sollte enttäuscht sein und überlegen, was er besser machen kann - und ich fange immer bei mir selbst an", erklärte Glasner, der "die richtigen Antworten finden" werde. Grenzt man den Terminkalender des amtierenden FA-Cup-Champions ein, so stellt das bevorstehende League-Cup-Duell mit Arsenal (Dienstag, 21 Uhr) das vierte Spiel binnen zehn Tagen dar. Nachdem der Termin ursprünglich für den 16. Dezember vorgesehen war, verschob ihn die English Football League (EFL) auf einen Tag vor Heiligabend.
Wäre dies nicht geschehen, hätten die Eagles gar drei Spiele innerhalb von fünf Tagen absolvieren müssen - mit lediglich einem Tag Abstand zum Conference-League-Aufeinandertreffen mit dem Kuopion PS (2:2), in dem Glasner seine Startelf nichtsdestotrotz auf allen elf Positionen verändert hatte.
Palace-Coach hat eine "einzige Kritik an die EFL"
Nachdem die EFL die "Ausweitung der europäischen Pokalwettbewerbe" bereits im November kritisiert und zugleich erklärt hatte, dass Terminüberschneidungen "jetzt völlig unvermeidbar" seien, wertete Glasner die Verschiebung des Pokalspiels gegen die Gunners nicht ausschließlich positiv.
"Das ist die einzige Kritik, die ich an die EFL habe. Ich finde, eine Runde zu verschieben, wenn ein Conference-League-Spiel stattfindet, zeigt auch den Mangel an Respekt gegenüber der Conference League, denn eine Runde würde niemals verschoben werden, wenn es die Champions League oder Europa League beträfe", monierte der Palace-Trainer.
"Deshalb denke ich, dass das vielleicht das Problem für das Spiel ist, das wir jetzt absolvieren müssen, und warum wir in drei Tagen wieder spielen müssen", fuhr er fort und versicherte zugleich: "Aber es zeigt auch, dass wir in vier Wettbewerben vertreten sind und diese Spiele wollen, diese Anzahl an Spielen wollen. Wir klagen niemals über die Anzahl der Spiele."