Leverkusen war für Union Berlin einmal mehr keine Reise wert. In den sieben Bundesliga-Duellen bei Bayer hagelte es vier Niederlagen, zudem gelang kein einziger Sieg. Diese Negativserie setzte sich am Samstag mit der 0:2-Pleite fort. Die Gäste bekamen zu keiner Zeit ein Bein in die Partie, weshalb die Eisernen die Heimreise gen Hauptstadt ohne Punkte im Gepäck antreten mussten.
"Die ersten 45 Minuten waren nicht schlecht. Sie hatten zwar viel Ballkontrolle, aber in Räumen, die uns nicht weh getan haben", resümierte Vize-Kapitän Rani Khedira. Und dennoch leisteten sich die Köpenicker im Aufbauspiel oftmals zu einfache Abspielfehler. Wie zum Beispiel beim 1:0, als Diogo Leite über wenige Meter seinen Mitspieler Khedira mit einem Zuspiel verfehlte und die Leverkusen daraus prompt Kapital schlagen konnten.
Hinzu gesellte sich ein Riesenbock des sonst so konstanten Torhüter Frederik Rönnow, der Christian Kofane das 2:0 quasi selbst auflegte. "Freddy hat uns so oft den Arsch gerettet, da kann er sich dann so etwas auch mal erlauben. In zwei Wochen ist das dann wieder andersherum", nahm Khedira seinen Schlussmann in Schutz. Im zweiten Durchgang sah Trainer Steffen Baumgart eine Phase im Spiel, mit der er nicht zufrieden war: "Da waren wir vogelwild und haben den Gegner eingeladen."
Khedira findet sieben Punkte aus sechs Spielen "okay"
Leverkusen aber ließ das 3:0 liegen, die Chancen dafür waren vorhanden. Allerdings konnte Union nach einem energetischen Start in die Begegnung nur selten für Entlastung sorgen. Nur 26 Prozent Ballbesitz und eine Passquote von 70 Prozent belegen, dass sich Union im Aufbauspiel einmal mehr sehr schwertat. Der schnelle Oliver Burke hatte wenige Aktionen, konnte nur selten in die Tiefe geschickt werden. Und Andrej Ilic schaffte es oftmals nicht, die Bälle festzumachen. Zudem kam aus dem Mittelfeld zu wenig Unterstützung.
Nun geht es erst einmal in die Länderspielpause. Die Köpenicker haben nach sechs Partien sieben Zähler auf dem Konto, laut Khedira ist die Punkteausbeute "okay". Zumindest haben die Berliner bereits gegen vier Klubs gespielt, die international vertreten sind.
Leverkusen hat Union klar die Grenzen aufgezeigt. Jetzt folgen nach der Unterbrechung die Duelle mit Borussia Mönchengladbach und Werder Bremen. Danach lässt sich ein aussagekräftigeres Zwischenfazit ziehen, wie weit die Hauptstädter schon sind.