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Klose sauer über nicht gegebene Gelb-Rote Karte: "Der muss runter - Fakt"

kicker

Schalke spielte gegen Nürnberg wie ein echtes Top-Team: defensiv beeindruckend stabil und offensiv unheimlich effizient. Zur Wahrheit gehört beim Erfolg, der die vorzeitige Herbstmeisterschaft bedeutete, aber auch, dass die Schiedsrichterentscheidungen am Sonntagnachmittag mehrmals zugunsten der Knappen ausfielen.

In der ersten Halbzeit übersah Schiedsrichter Christian Dingert gleich zwei Schalker Tritte mit offener Sohle - zunächst trat Antwi-Adjei auf den Fuß von Adam Markhiev, dann Mertcan Ayhan auf den Knöchel von Rafael Lubach. Beide kamen ohne Verwarnung davon, stattdessen aber kassierte Luka Lochoshvili für einen leichten Rempler gegen Moussa Sylla die Gelbe Karte. Und im zweiten Durchgang kam es dann zu einer Schlüsselszene, die die Nürnberger Gemüter erhitzte.

Kurucay hatte den Platzverweis erwartet

Erst ließ Hasan Kurucay in der 54. Minute gegen Finn Ole Becker das Bein stehen und bekam dafür eine nachvollziehbare Gelbe Karte. Eine Viertelstunde später beging der Schalker Verteidiger dann ein Foul im Mittelfeld an Julian Justvan, das durchaus als taktisch hätte bewertet werden können. Er hatte keine Chance auf den Ball und unterbrach damit einen Nürnberger Angriff. Sein Gesichtsausdruck nach dem Foul sprach Bände: Kurucay sah aus, als rechnete er mit dem Platzverweis. Dingert beließ es jedoch bei einer Ermahnung - zum Unmut von Miroslav Klose.

„Er hat gerade kurz davor für ein taktisches Foul Gelb gegeben. Wenn ich also das 2:0 schieße, zählt es dann nicht, weil wir schon vorher eins geschossen haben oder wie ist das?“ (Miroslav Klose)

"Taktisches Foul muss taktisches Foul bleiben und der muss runter - Fakt", sagte der FCN-Coach nach dem Spiel am Sky-Mikrofon. Auch Schalke-Sportvorstand Frank Baumann sah die Szene ähnlich: "Ich glaube, dass wir da Glück gehabt haben. Da kann man durchaus Gelb geben. Der Frust und die Enttäuschung der Nürnberger ist absolut berechtigt."

Klose ging in der 69. Minute auch direkt zum vierten Offiziellen Marc Philip Eckermann, um sich die Entscheidung erklären zu lassen: "Und dann kriege ich als Antwort: Er hat gerade kurz davor für ein taktisches Foul Gelb gegeben. Wenn ich also das 2:0 schieße, zählt es dann nicht, weil wir schon vorher eins geschossen haben oder wie ist das?"

Die Aufregung des Trainers ist nachvollziehbar, denn ein Platzverweis hätte durchaus für neue Kräfteverhältnisse sorgen können. So drückte Nürnberg bei elf gegen elf auf den Ausgleich, belohnte sich aber letztlich nicht, weil Loris Karius immer wieder im Weg stand. Klose war sich aber auch bewusst, dass eine Gelb-Rote Karte nicht direkt den Sieg bedeutet hätte: "Ob wir es dann noch rumgebogen hätten, ist was anderes. Aber das ist ja ihr Spiel, totale Wucht, totale Macht. Wenn du drei, vier taktische Fouls hintereinander machst, anders lernen die es dann nicht."

Klose macht seiner Mannschaft ein Kompliment, aber: "Das bringt alles nichts"

Damit trifft der Weltmeister von 2014 einen entscheidenden Punkt, denn auch Antwi-Adjei und Ayhan hätten ja schon verwarnt sein müssen, was bei der aggressiven Schalker Spielweise eventuell einen Einfluss gehabt hätte. So musste sich der Club aber dem aufopferungsvollen Spiel des Tabellenführers geschlagen geben. Klose war davon sichtlich genervt: "Wir haben nichts geholt. Das ist Fakt. Wir waren nicht zwingend genug." Er machte seiner Mannschaft zwar ein Kompliment für einen richtig guten Auftritt, fügte aber an: "Das bringt alles nichts."

Es habe vor allem im letzten Drittel an Durchschlagskraft gefehlt. Es sei zwar eine stetige Verbesserung erkennbar, aber: "Du musst es auch im Spiel rüberbringen. Das ist der letzte Ball, der entscheidende Ball, Qualität vor dem Tor. Wir müssen die Box mit viel mehr Intensität fluten, damit auch die Steckpässe frei werden. Das haben wir nicht so gemacht."

Der FCN hat nächste Woche noch die Chance auf einen versöhnlichen Jahresabschluss. Am Sonntag (13.30 Uhr) zu Hause gegen das nächste Top-Team aus Hannover wollen Klose und seine Jungs die Hinserie mit einem Sieg abschließen.