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Kloses Bangen um Markhiev - und eine weitere Unbekannte

kicker

Nach dem ersten Training für die Derby-Vorbereitung am Dienstag hatte Club-Trainer Miroslav Klose noch kein rechtes Gefühl für das am Sonntag (13.30 Uhr, LIVE! bei kicker) anstehende prestigeträchtige Nachbarduell gegen die SpVgg Greuther Fürth. Und das, obwohl seine Spieler die Einheit mit ordentlich Feuer absolviert hatten. Nun, nachdem seine Mannschaft der ersten in Sachen Engagement und Konzentration guten Wocheneinheit weitere dieser Art hatte folgen lassen, hat sich dies geändert. "Ich habe ein gutes Gefühl, wir sind bereit und freuen uns auf den Sonntag."

Das mit dem Wir-sind-bereit hat allerdings auch einen von der Bedeutung her gar nicht kleinen Haken: Bei Sechser Adam Markhiev kann es fürs Derby laut Klose "in beide Richtungen gehen. Wir müssen von Tag zu Tag sehen".

Rückschlag gegen Magdeburg für Markhiev und den FCN

Eine Hängepartie also wie zuletzt auch vor der Auswärtspartie in Magdeburg. Da waren die Club-Verantwortlichen guter Dinge, dass es beim finnischen Nationalspieler gehen würde, doch als dieser dem maladen Sprunggelenk kurz vor jenem Spiel einen ultimativen Härtetest unterzog, erlitt er einen Rückschlag - und der Club ohne seine äußerst spielintelligente Schaltzentrale prompt auch. Das 0:3, die erste Pleite nach sechs Partien, demonstrierte eindrücklich, was Klose und sein Trainerstab natürlich schon seit Langem wissen: "Adam ist extrem wichtig für uns."

Somit wäre es logischerweise ein Nachteil, sollte es am Sonntag bei dem 23-Jährigen erneut nicht gehen - zumal Rafael Lubach wegen einer Gelb-Rot-Sperre zusehen muss. Der 20-jährige Allrounder erwischte in Magdeburg als Markhiev-Vertreter zwar nicht seinen besten Tag, dennoch wäre er gegen die SpVgg erneut die prädestinierteste Lösung.

Doch wäre, hätte hilft nicht, und so rückt nun zumindest auf dem Papier Sommer-Zugang Tom Baack an erste Stelle. Der 26-Jährige, vom Drittligisten Verl gekommen, ist fußballerisch auf der Sechs wie der Acht groß geworden - und auch wenn er bei den Franken so manche Startschwierigkeiten hatte, zuletzt hat ihn Klose für seine Trainingsleistungen explizit gelobt.

Somit hätte der FCN-Coach auch "gar keine Bauchschmerzen", ihn auf der Sechs zu bringen. Beschlossene Sache ist damit allerdings nicht, dass Baack Markhiev vertritt, sollte Letzterer am Sonntag nur zivile Kluft tragen können. "Wir sehen schon weitere Kandidaten", so Klose, der mehr über seinen Plan B jedoch nicht preisgeben möchte.

Klose kennt Vogel nur vom Kaffee

Doch ob nun mit Plan A oder B, ein Nachteil ist dem FCN laut Klose auf jeden Fall gewiss: Wie die SpVgg unter dem neuen Coach Heiko Vogel auftreten wird, darüber kann der FCN nur spekulieren. Klose hat ihn zwar auf dem Campus der Bayern kennengelernt und auch mal mit ihm eine Tasse Kaffee zusammen getrunken, doch wie er fußballerisch tickt, weiß er nicht.

Als Klose bei den Bayern offiziell anfing, hatte sich Vogel kurz vorher in Richtung Sturm Graz verabschiedet. Und auch beim Studium von Vogels Trainerstation tat sich für den Sonntag nicht gerade Erhellendes auf, denn der gebürtige Pfälzer ließ so viele unterschiedliche Systeme spielen, dass eine Präferenz nicht auszumachen war.

Eigene Stärken hervorheben, statt an Gegner anpassen

Und so lautet die Devise beim FCN eben, sich noch mehr auf sich und seine Stärken zu besinnen als sonst. Dass dies auch von Vorteil sein kann, dem widerspricht Klose jedoch. "Im Profibereich gehört es natürlich auch dazu, dass man sich entsprechend auf den Gegner vorbereitet und weiß, wo sind die Räume, welche wollen wir bespielen - dies ist für Umschaltphasen und Standards entscheidend. Somit ist es ein Nachteil, wenn man nicht richtig weiß, was auf einen zukommt", erläutert der Weltmeister.

„Ein Derby kennt von Haus aus keinen Favoriten, und mit dem Anpfiff ist alles vergessen, was zuvor war.“ (Miroslav Klose)

Dennoch: Der Club hat viel mehr Gründe als die SpVgg, mit breiter Brust ins 275. Frankenderby zu gehen. Die zwei vorausgegangen hohen Derbysiege wie auch die Formkurve kommen einem da sofort in den Sinn. Und auch wenn Klose betont, dass "ein Derby von Haus aus keinen Favoriten kennt, und mit dem Anpfiff alles vergessen ist, was zuvor war", so ist der psychologische Vorteil des FCN dennoch nicht von der Hand zu weisen. Dass ihm das Triple deswegen nicht automatisch zufliegt, versteht sich aber selbstredend auch.