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Kownacki und Berlin: Beziehungsstatus kompliziert

kicker

Recht bald nach dem Abpfiff, als manche Beobachter immer noch rätselten, ob das eine auffällige oder eher unglückliche Darbietung von Luca Schuler war, gab Stefan Leitl seine Sicht auf die Dinge preis. Er sei "insgesamt sehr, sehr zufrieden mit Lucas Entwicklung", sagte Herthas Coach nach dem 1:1 in Braunschweig am vergangenen Sonntag, "und jetzt hoffe ich, dass er in den letzten Spielen so weitermacht und noch das eine oder andere Tor schießt".

Schuler genießt aktuell das Vertrauen

In Braunschweig hatte Schuler nach einem feinen Ball von Marten Winkler und einem cleveren Laufweg den Elfmeter für die Berliner herausgeholt, den Fabian Reese im Zweitversuch verwertete, und zudem Pfosten und Latte des Eintracht-Tores getroffen. Es war ein wirkungsvoller, dynamischer Auftritt, aber ein Tor als Krönung blieb Schuler versagt. Um seinen Arbeitsplatz muss er sich vorläufig dennoch nicht sorgen. "Er hat sich das verdient zu spielen", bekräftigte Leitl in der Spieltagspressekonferenz am Donnerstag und sagte mit Blick auf das anstehende Heimspiel gegen Holstein Kiel: "Luca wird am Samstag auch spielen."

Verletzung, Infekt, Rot-Sperre: Es war alles dabei

Für Dawid Kownacki sind das tendenziell nicht ganz so gute Nachrichten. Der Pole, im vergangenen Sommer auf Leihbasis von Werder Bremen geholt, sollte Hertha in dieser Saison zurück in die Bundesliga schießen. Geklappt hat das nicht. Dass er auf der Zielgeraden dieser komplizierten Spielzeit im Zweikampf mit Schuler aktuell hinten liegt, rundet das Bild einer Saison ab, in der für Kownacki schief ging, was schief gehen konnte. "Wir hatten eine hohe Erwartungshaltung an Dawid, die er vor allen Dingen wegen sehr vieler unglücklicher Umstände nicht so erfüllen konnte, wie wir uns das alle erhofft hatten: mit zwei Verletzungen, mit Krankheit, mit Roter Karte", sagte Leitl am Donnerstag. "Er ist nie so in den Rhythmus gekommen und hatte sehr viele Fehlzeiten."

Leitl hätte sich mehr Lockerheit bei Kownacki gewünscht

Im Sommer kam er mit etwas körperlichem Rückstand an, weil Hertha früher ins Training eingestiegen war als Werder. Ende September erlitt er eine schwere Sprunggelenk- und Syndesmoseverletzung, das Winter-Camp im Januar in Portugal verpasste er wegen eines Infekts. Im Februar folgten eine Rote Karte gegen Darmstadt (2:2) und drei Liga-Spiele Sperre.

ünf Tore in 20 Spielen sind ein bestenfalls durchschnittlicher Ertrag, in einen Flow kam der Ex-Düsseldorfer nie. "Ich hätte mir gewünscht, dass er vielleicht in der einen oder anderen Situation ein bisschen lockerer gewesen wäre, vielleicht nicht so verkrampft, unbedingt etwas zeigen zu wollen", erklärte Leitl. "Jeder weiß, dass Dawid in der Vergangenheit schon nachgewiesen hat, dass er weiß, wo das Tor steht. Es hat leider in diesem Jahr nicht so funktioniert, wie wir uns das alle erhofft haben."

Hertha will die Personalie mit Werder besprechen

Die im Leihvertrag fixierte Kaufpflicht greift nur bei einem Aufstieg. Den werden die Berliner aller Voraussicht nach nicht mehr schaffen. Dennoch könnte es für den 29-Jährigen, der in Bremen ein Arbeitspapier bis 2027 besitzt, bei Hertha über den Sommer hinaus weitergehen. "Dawid ist ein Spieler, der sich immer zur Verfügung gestellt hat und der nach einer schweren Syndesmoseverletzung schnellstmöglich zurückgekommen ist - ganz entgegen der medizinischen Aussage stand er sechs Wochen vorher wieder zur Verfügung, um helfen zu wollen", so Leitl. "Das sind alles sehr positive Aspekte, die wir auch mit in die Bewertung einfließen lassen."

Wenn für Werder und Hertha die Ligen-Zugehörigkeit für 2026/27 auch rechnerisch final geklärt ist, soll die Personalie zwischen beiden Klubs besprochen werden. "Wir sind da nicht entscheidend, ob Dawid in der neuen Saison bleiben kann", betonte der Hertha-Coach. "Er hat einen Vertrag bei einem anderen Verein." Aber, so Leitl: "Die Gespräche werden sicherlich geführt, das wird abgeklopft."