Christian Ilzers Rechnung geht auf. Der Konkurrenzkampf seiner beiden Kreativspieler pusht beide, und davon profitiert die gesamte Mannschaft. Am Sonntagabend war es mal wieder Andrej Kramaric, der in der Startelf an der Reihe war, und der Routinier nutzte die Gelegenheit und schwang sich bei den auswärts weiter ungeschlagenen Kraichgauern zum Matchwinner auf.
Sein feiner und ideal getimter Steilpass auf den startenden Bazoumana Touré ermöglichte nicht nur den ersten Bundesligatreffer des erst 19 Jahre alten Ivorers, sondern ließ die Partie auf die Hoffenheimer Seite kippen. Nur fünf Minuten später sorgte der 34-Jährige Altstar höchstpersönlich für die Vorentscheidung, als er einen Rückpass des erneut stark aufspielenden Tschechen Vladimir Coufal überlegt ins lange Eck lenkte. Zuvor bereits war Kramaric nur knapp am Hamburger Schlussmann Nikola Vasilj gescheitert. "Das ist ein super Gefühl, denn es war ein schwieriges Spiel, und endlich sind wir mal ohne Gegentor geblieben", freute sich Kramaric, "es ist ein heißes Stadion, aber wir haben ein super Spiel gemacht und verdient gewonnen."
Der dem Kroaten im Nacken sitzende Konkurrent Muhamed Damar hält den Leistungsdruck hoch. "Ich versuche, jeden Tag Gas zu geben und genieße jeden Moment im Fußball", versicherte Kramaric und hofft nach dieser Glanzleistung, auch am Samstag zu Hause gegen Heidenheim auflaufen zu dürfen, um nach drei Niederlagen endlich auch die ersten Punkte vor eigenem Publikum zu holen, "es wäre an der Zeit, hoffentlich kann ich weiter Gas geben."
„Ich bin stolz auf die Jungs“ (Christian Ilzer)
Im Gegensatz zur bislang frustrierenden Heimbilanz, die Hoffenheim als Schlusslicht ausweist, bleibt die TSG auswärts stabil, weiter ungeschlagen und schob sich nach dem nun schon dritten Dreier in der Fremde an den Bayern vorbei an die Spitze der Auswärtstabelle. Im realen Ranking hält die Auswärtsstärke die TSG mit Platz 8 ebenso in der Spur. "Nach der Niederlage gegen Köln (0:1) hatten wir schon einen Ergebnisdruck", gestand Chefcoach Ilzer nach dem nächsten Auswärtsdreier, "das ist nicht einfach in Hamburg, deshalb bin ich stolz auf die Jungs."
Besonders hob auch Ilzer Kramarics Leistung hervor. "Er hat ein super Spiel gemacht, hat in engen Räumen immer wieder Lösungen gefunden und im Chaos Ruhe bewahrt. Er hatte maßgeblichen Anteil, dass wir gewonnen haben." Daher scheint sich für den Moment Damar hinten anstellen zu müssen, zumindest, was die Startelf betrifft. Wobei: Neulich standen zumindest vorübergehend auch beide Kreativspieler gemeinsam auf dem Platz ...