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Krösche schützt Kaua Santos: "Die Diskussion stellt sich doch gar nicht"

kicker

Die Eintracht machte in Freiburg genau da weiter, wo sie vor der Länderspielpause aufgehört hatte: Nach exakt 104 Sekunden spielte Robin Koch im Aufbau einen haarsträubenden Querpass zum Gegner. Sieben Sekunden später zappelte der Ball im Netz. Schon gegen die Bayern (0:3) hatte Frankfurts Abwehrchef mit einem gravierenden Fehlpass nach wenigen Sekunden den frühen Rückstand eingeleitet.

Es sollte nicht der einzige folgenschwere Patzer bleiben. In der 87. Minute ließ sich Torhüter Kaua Santos bei einem Freistoß von Schlitzohr Vincenzo Grifo viel zu leicht überlisten. "Da muss er sich besser anstellen, entweder einen Spieler mehr in die Mauer stellen oder das kurze Eck verteidigen", hadert Coach Dino Toppmöller. Stattdessen habe der Keeper auf eine Flanke spekuliert: "Das ist schon ärgerlich."

Kaua Santos bleibt im Tor

Kaua Santos hatte bereits in Gladbach (6:4) ein Gegentor verschuldet und auch ansonsten keine große Sicherheit ausgestrahlt - ganz anders als zuvor Michael Zetterer. Der im Sommer für Kevin Trapp aus Bremen geholte Torhüter stand bis zum 5:1 gegen Galatasaray am 18. September zwischen den Pfosten.

Doch die Torhüter-Frage stellt sich aus Toppmöllers Sicht nicht. "Intern wird keine Torwart-Diskussion geführt", betont der Trainer. Auch Sportvorstand Markus Krösche sagt: "Die Diskussion stellt sich doch gar nicht. Das ist ein junger Torwart, der natürlich auch Fehler machen darf. Es ist gerade eine schwierige Situation für ihn, aber daraus muss und wird er wachsen."

So verständlich es ist, den 22-Jährigen öffentlich zu schützen, es bleibt ein schmaler Grat. Im Profifußball muss das Leistungsprinzip auch im Tor angewendet werden. Andernfalls macht man sich früher oder später selbst angreifbar. Am Mittwoch gegen Liverpool braucht Kaua Santos einen Sahnetag, um die kritischen Stimmen zumindest vorerst verstummen zu lassen.

Krösche bemängelt Zweikampfverhalten

In der Königsklasse werden individuelle Fehler noch härter bestraft, diese Erfahrung machte die Mannschaft am 2. Spieltag der Champions League beim 1:5 bei Atletico Madrid. Die schier unglaubliche Anzahl der individuellen Schnitzer in dieser noch jungen Spielzeit bleibt ein Rätsel. Nie zuvor kassierte die Eintracht 18 Gegentore in den ersten sieben Bundesliga-Spielen. Und das, obwohl der Spitzname der Diva vom Main nicht vom Himmel gefallen ist ...

"Ich bin schon enttäuscht, weil wir wieder zwei einfache Gegentore bekommen haben. Diese einfachen Fehler ziehen sich so ein bisschen durch. Wir sind zu sorglos und nicht konzentriert genug", bemängelt Krösche.

Zwar zeigte Frankfurt nach dem Rückstand eine gute Reaktion und drehte zunächst die Partie. Der Sportvorstand legt den Finger trotzdem in die Wunde: "Das war kein gutes Spiel. Wir brauchen eine ganz andere Aktivität in den Zweikämpfen, eine ganz andere Bereitschaft, Zweikämpfe anzunehmen. Außerdem hätten wir in der zweiten Hälfte aufs dritte Tor spielen müssen. Aber wir haben nicht konsequent genug in die Tiefe gespielt und uns im Klein-Klein verloren."

Amenda nutzt seine Chance

So ist auch die überwiegend ordentliche Abwehrleistung am Ende kein Trost; gegen den Ball ließ sich Nathaniel Brown fallen, sodass eine Fünferkette entstand. Abwehr-Hüne Aurela Amenda nutzte seine Chance, auf die er lange warten musste. Der 22-jährige Innenverteidiger stand erstmals seit dem Europa-League-Heimspiel gegen Riga vor fast genau einem Jahr in der Startelf.

Mit Ausnahme eines äußerst riskanten Querpasses, den Freiburgs Stürmer Junior Adamu beinahe als unfreiwillige Vorlage genutzt hätte (46.), zeigte der Schweizer Nationalspieler einen stabilen Auftritt. Von zwölf Zweikämpfen gewann er 75 Prozent. Nebenmann Rasmus Kristensen lobt: "Aurele hat überragend gespielt, er war einer unserer besten Spieler. Dabei war die ganze Vorbereitung nicht einfach für ihn. Aber er ist ein super Junge mit einer super Mentalität. Er hat gezeigt, wie groß sein Potenzial ist."

Das Potenzial von Jonathan Burkardt ist längst kein Geheimnis mehr. Der Stürmer erzielte seine Bundesligatore Nummer drei und vier für die Eintracht. Hinzu kommen drei Treffer in der Champions League. Damit ist er schon jetzt so etwas wie die Lebensversicherung im Frankfurter Angriff. Doch von der Treffsicherheit des Nationalspielers wird sich die Eintracht auch im weiteren Saisonverlauf nicht viel kaufen können, wenn die Flut an billigen Gegentoren nicht abnimmt.