Am Mittwoch noch hatte nichts darauf hingedeutet. Wie erwartet war William Troost-Ekong von Nigerias Nationaltrainer Erik Chelle in den vorläufigen Kader für den am 21. Dezember startenden Afrika-Cup berufen worden. Ein Tag später dann der Paukenschlag: Am Donnerstagabend hat der 32 Jahre alte Kapitän der Super Eagles verkündet, seine Karriere in der Nationalmannschaft mit sofortiger Wirkung zu beenden.
"Für Nigeria zu spielen, war das größte Privileg in meinem Leben", schreibt der Innenverteidiger in einem Post auf seinem Instagram-Profil. "Die Reise endet vielleicht hier, aber meine Unterstützung wird nie aufhören." Er werde nun ein "neues Kapitel" aufschlagen.
Für die Öffentlichkeit kommt der Schritt zu diesem Zeitpunkt völlig unerwartet, seine Mannschaftskollegen wussten aber laut Aussage des Abwehrspielers schon seit Längerem von seiner Entscheidung. Nach der Niederlage im Play-off-Finale der afrikanischen WM-Qualifikation gegen die DR Kongo Mitte November habe er der Mannschaft noch in der Kabine mitgeteilt, zurücktreten zu wollen, sagte Troost-Ekong dem London Evening Standard. Die Partie hatte er auf der Bank verbracht.
Als Begründung für den Rücktritt gab Troost-Ekong der Zeitung gegenüber wiederkehrende Verletzungsprobleme an. Er sei selten bei 100 Prozent Fitness und wolle daher der jüngeren Generation den Weg ebnen. "Es gibt eine natürliche Entwicklung und es ist eine Kunst zu wissen, wann man zurücktreten muss", sagte er.
Sportlich hatte er in der Innenverteidigung der Super Eagles hinter Calvin Bassey und Semi Ajayi zuletzt ohnehin nicht mehr die besten Karten, als langjähriger Führungsspieler und nationalem Idol wird Troost-Ekong der Mannschaft aber enorm fehlen. Der in den Niederlanden geborene Verteidiger lief für die Jugend-Nationalmannschaften von Oranje auf, entschied sich dann aber für die A-Nationalmannschaft Nigerias, dem Herkunftsland seines Vaters.
In 83 Länderspielen seit 2015 kommt er auf acht Tore, drei davon beim Afrika-Cup 2024. Troost-Ekong traf dabei sowohl im Halbfinale als auch im verlorenen Finale gegen die Elfenbeinküste, führte die beste Abwehr des Wettbewerbs an und wurde im Anschluss als erst dritter Verteidiger in der Geschichte des Afrika-Cups zum besten Spieler des Turniers ausgezeichnet. Seine Karriere auf Vereinsebene will der 32-Jährige, der seit 2024 in Saudi-Arabien bei Al-Kholood aufläuft, fortführen.