So sehr der 1. FC Köln eine Wunderheilung gebraucht hätte, getan hat sich nichts. "Die Situation ist unverändert und nicht großartig besser geworden", bestätigte Trainer Lukas Kwasniok vor dem Duell am Mittwochabend (20.45 Uhr, LIVE! bei kicker) mit dem FC Bayern München. Das heißt: Mit Luca Kilian, Timo Hübers (beide Knieverletzung), Dominique Heintz und Joel Schmied (beide Muskelverletzung im Oberschenkel), Rav van den Berg (Rot-Sperre) und Eric Martel (fünfte Gelbe Karte) fehlten sechs mögliche Optionen für die Abwehrmitte. "Wir sind trotzdem guter Dinge, dass wir ein gutes Spiel abliefern", sagt der Coach optimistisch.
In der Defensive wird er aber improvisieren müssen. Mit Jahmai Simpson-Pusey gab zuletzt immerhin eine gerade erst von Manchester City geholte Leihgabe ihr Startelfdebüt beim 2:2 in Heidenheim. Außerdem macht auch der etatmäßige Rechtsverteidiger Sebastian Sebulonsen in zentraler Rolle einen ansprechenden Job. Und doch wird es gegen den Rekordmeister auch auf Cenk Özkacar ankommen.
Kwasniok erklärt die Vorbehalte
"Er wird beginnen und seine Bewährungsprobe bekommen", sagt Kwasniok, der den im Sommer aus Valencia geliehenen Türken in Heidenheim aber ganz außen vor ließ. Ganz grundsätzlich ist der 25 Jahre alte Verteidiger alles andere als eine Stammkraft. Acht Einsätze in der Liga absolvierte er bislang, nur vier davon in der Startelf (kicker-Note 3,8).
"Cenk ist einer mit viel körperlicher Wucht und einem guten Kopfballspiel", beschreibt Kwasniok und betont: "Wenn er gebraucht wurde, war er da und hat auch von der Bank geliefert." Allerdings, da wurde der 44-Jährige über seinen Profi auch ganz deutlich, mit einer physischen Einschränkung. "Wenn er beginnt, hat er Ganzkörperkrämpfe, so wie in Dortmund", schildert der Coach. Beim BVB (0:1) musste Özkacar nach 55 Minuten vom Rasen. Weil Kwasniok aber möglichst wenige Wechsel in der Innenverteidigung vornehmen will und in diesem Mannschaftsteil auf Stabilität setzt, beginne Özkacar "nicht so häufig". Er brauche vielmehr Spieler, "die auf jeden Fall 90 Minuten spielen können."
Die Tür für Waldschmidt öffnet sich
Gegen die Bayern wird es aber ohne Özkacar nicht gehen. "Im Bezug auf das Ergebnis ist es das schwierigste Spiel", weiß der Coach. Aber: "Im Bezug auf Motivation und Überraschungseffekte ist es das leichteste." Bereits im Pokalduell (1:4) sei der FC immerhin eine der wenigen Mannschaften gewesen, die den amtierenden Deutschen Meister zumindest eine gewisse Zeit lang unter Druck setzen und fordern konnte. Übrigens mit Özkacar in der Startelf, der gegen Kane, Gnabry und Co. einen guten Job machte (kicker-Note 3).
Während das Mandat für die erste Elf für Özkacar bereits klar ist, gab sich Kwasniok bei anderen Personalien zurückhaltend. Ob Senkrechtstarter Said El Mala erneut starten wird, wollte er ebenso nicht verraten, wie die Tatsache, ob Luca Waldschmidt und Florian Kainz wieder im Kader stehen. Das Duo war gegen Heidenheim gestrichen worden, Kwasniok öffnete die Tür für das Duo nun aber: "Ich treffe Entscheidungen, aber die sind nie für die Ewigkeit. Jeder kann auf sich aufmerksam machen."