Bereits zum zweiten Mal binnen weniger Wochen hat es der SC Fortuna Köln im eigenen Wohnzimmer ungewollt spannend gemacht: Beim 1:1 gegen den 1. FC Bocholt Mitte September gelang Luca Majetic der Ausgleich in der 98. Minute. Am Samstagnachmittag, beim 2:2 gegen Borussia Dortmund II, war es die 95. Minute, als Timo Bornemann zuschlug und mit einem feinen Lupfer den Kölner Punktgewinn sicherte - nach einem 0:2-Rückstand, Tom Geerkens hatte zu Beginn der zweiten Halbzeit mit einem technisch anspruchsvollen Volley den Anschlusstreffer erzielt.
Nach dem Unentschieden gegen die BVB-Reserve ist der SC Fortuna seit zehn Pflichtspielen ohne Niederlage - und geht mit einer hervorragenden Ausgangslage im Aufstiegsrennen in die Länderspielpause.
„Ich finde es eindrucksvoll, wie sich die Jungs gegen Widerstände stemmen und die Erfolgserlebnisse einfahren.“ (Trainer Matthias Mink)
"Wir hatten sehr viele Chancen im Verlauf des Spiels. Zum Ende hätten wir eigentlich zwei Punkte mehr mitnehmen müssen, aber es freut mich, dass ich der Mannschaft zumindest einen Punkt retten konnte. Es war eine gute Teamleistung", resümierte Trainer Matthias Mink.
"Ich finde es eindrucksvoll, wie sich die Jungs gegen Widerstände stemmen und die Erfolgserlebnisse einfahren. Das war heute, vielleicht nicht vom Ergebnis, aber von der Art her, wie es zustande kam, ein Erfolg."
Die Joker stechen
Wie schon gegen Bocholt, als Majetic knapp 20 Minuten nach seiner Einwechslung traf, war es auch gegen Dortmund in Bornemann ein Joker, der dem Spiel die entscheidende Wendung gab. "Wenn man sieht, wie die Mannschaft gejubelt hat, kann man erahnen, wie wichtig das Tor war. Alle haben Timo das Tor gegönnt", meinte Mink. Bornemann, im Sommer vom Wuppertaler SV verpflichtet, ergänzte nach seinem zweiten Saisontor: "Es freut mich, dass ich der Mannschaft einen Punkt retten konnte. Ich habe versucht, so viel Impact reinzubringen wie möglich."
Gut möglich, dass die beiden späten Punkte am Ende der Saison entscheidend sein könnten. Denn im Vergleich zu den letzten drei Regionalliga-Spielzeiten, in denen sich der große Favorit jeweils mit großem Polster die Meisterschaft sicherte und den Drittliga-Aufstieg feiern durfte - Duisburg hatte 2025 elf Punkte Vorsprung, Aachen 2024 zwölf Zähler und Münster 2023 sogar 13 - gibt es in der laufenden Saison keine ausgemachte Über-Mannschaft. Was viele Klubs für sich ausnutzen möchten, unter anderem die Fortuna. Seit Jahren hatte der Südstadt-Klub keinen Kader mit einer vergleichbaren Tiefe - was nicht zuletzt die vielen Joker-Tore untermauern.
„Die Jungs stacheln einander an und bringen uns alle zu Höchstleistungen.“ (Hamadi Al Ghaddioui)
Ein Eckpfeiler des Teams ist, auch wenn ihm gegen Dortmund das Glück im Abschluss fehlte, Hamadi Al Ghaddioui. Der 35 Jahre alte Angreifer, der für den VfB Stuttgart einst 16 Bundesliga-Einsätze (zwei Tore) absolvierte, kam im Sommer vom insolventen KFC Uerdingen und hat sich mit sechs Toren in acht Spielen in Zollstock eingefunden.
In der Kabine übernimmt Al Ghaddioui aufgrund seiner Erfahrung, seines Alters und seines Wesens eine fast schon väterliche Rolle. Entsprechend stolz ist er auf die Mannschaft. "Hinter den aktuellen Ergebnissen steckt viel harte Arbeit und harter Konkurrenzkampf. Die Jungs stacheln einander an und bringen uns alle zu Höchstleistungen", sagte der gebürtige Bonner über die derzeitige Erfolgsserie. "Das Ziel ist der Aufstieg."