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Kühbauers LASK-Express nimmt Kurs auf Tabellenspitze

kicker

Mit dem siebenten Sieg in Folge könnte der LASK in der 16. Bundesliga-Runde am Samstag in Hartberg zumindest vorläufig an die Tabellenspitze stürmen. Verhindern kann das nur der schwächelnde Leader Salzburg, der sich selbst bei Schlusslicht Blau-Weiß Linz seiner Sache nicht zu sicher sein darf. Während der Linzer Interimscoach Andreas Gahleitner debütiert, steht Rapids Zwischenlösung Stefan Kulovits vor seiner zweiten Partie gegen Ried.

"Es wird auf Kleinigkeiten ankommen"

Der LASK ist die Mannschaft der Stunde. Innerhalb von eineinhalb Monaten kletterten die Linzer mit sechs Siegen en suite vom vorletzten auf den dritten Platz, Leader Salzburg ist nur einen Punkt entfernt. Dass die schon unheimliche Serie unter Neo-Trainer Dietmar Kühbauer einmal reißen muss, ist alte Fußball-Weisheit. Hartberg würde den LASK-Express gerne als erster zum Entgleisen bringen, auch wenn das eigene Tempo zuletzt nach drei Siegen in Folge mit dem unglücklichen 0:1 gegen Sturm Graz etwas gebremst wurde.

Das irre 3:3 im ersten Saisonduell, als der LASK in Linz mit drei Toren in der Nachspielzeit einen Punkt holte, war das letzte unter Interimscoach Maximilian Ritscher, dann schlug die Stunde von Don Didi. Der erwartet sich in der neuen Profertil Arena harte Gegenwehr. "Ich erwarte ein sehr schwieriges Spiel gegen einen Gegner, der eine sehr gute Rolle spielt in der Liga. Hartberg ist definitiv ein sehr formstarkes Team, das bisher eine gute Saison spielt und uns alles abverlangen wird. Es wird auf Kleinigkeiten ankommen", sagte Kühbauer.

Hartberg muss im Duell der aktuell formstärksten Teams zwei prominente Leute vorgeben. Nicht nur Trainer Manfred Schmid, der vom einstigen LASK-Spieler Christian Mayrleb vertreten wird, fehlt nach dem am Freitag abgewiesenen Einspruch gesperrt. Auch Kapitän Jürgen Heil muss nach der fünften Gelben zuschauen. Der hatte sich und den Seinen nach dem 3:3 "Freibad"-Kicken attestiert, das will man diesmal tunlichst vermeiden. Der Frust nach der Niederlage in Graz samt umstrittener Schiri-Entscheidungen brachte nicht nur Schmid zur Weißglut. "Die Mannschaft hat sich verarscht gefühlt und war sehr enttäuscht. Mit diesem Ärger können wir wieder rauslaufen und ihn in positive Energie ummünzen", betonte Schmid.

Wenn selbst der Letzte gegen Salzburg hoffen darf

So schön die Tabellenführung ausschauen mag. "Derzeit tun wir uns nicht leicht damit, Spiele zu gewinnen", gab Salzburg-Stürmer Yorbe Vertessen vor dem Gastspiel bei Schlusslicht Blau-Weiß Linz zu. Vier Pflichtspiele ist man ohne Sieg, in der Liga klappte es dreimal nicht. Zwei magere Punkte standen da zu Buche, dass man noch führt, ist nicht zuletzt der schwächelnden Konkurrenz zu verdanken. "Die Liga ist enorm ausgeglichen, jeden Spieltag kann alles passieren. Da ist jede Begegnung ein harter Kampf", so Trainer Thomas Letsch.

Selbst ein Auftritt beim Schlusslicht, das sich nach sechs Niederlagen in Folge am Sonntag von Trainer Mitja Mörec trennte, wird angesichts dessen zur Zitterpartie. Zumal man im Heimspiel über ein 2:2 nicht hinausgekommen war - und auch das nur dank eines umstrittenen Elfers in der 89. Minute. Letsch bezeichnete es als "sehr gefährlich, wenn wir denken würden, dass wir leichtes Spiel haben". Blau-Weiß sei durch die Trainerablöse eine gewisse Unbekannte, werde alles für Punkte tun. "Zugleich wissen wir, dass unsere Spiele in Linz immer schwierig waren. Uns erwartet eine heikle Aufgabe."

Die Linzer hoffen unter Interimstrainer Andreas Gahleitner auf einen Impuls. Im Training seien die Fetzen geflogen, berichtete der bisherige Co. "Wir haben einen kleinen Step gemacht, aber im Fußball ist es so, dass es reicht, um was zu bewirken", so Gahleitner. "Wir wollen uns auf einfache Sachen konzentrieren, auf Power. Ich denke, dass der Mannschaft das Sicherheit geben wird." Der Optimismus beim 43-Jährigen ist groß. "Salzburg hatte schon bessere Phasen, insofern rechnen wir uns was aus - wenn wir einen guten Tag erwischen."

Rapid - Ried: Via Escape Rooms zurück in die Spur

Rapid-Interimscoach Stefan Kulovits hat in der Trainingswoche nach der 0:3-Pleite beim LASK zahlreiche Impulse gesetzt und via Teambuilding versucht, das Mannschaftsgefüge zu verbessern. "Gemeinsam etwas zu machen, weg vom Platz, sich privat noch besser kennenzulernen, mal die Handys wegzulassen, sich sehr viel untereinander auszutauschen. Ich glaube, es hat jedem gut getan." So habe man unter anderem "Escape Rooms gemeinsam gelöst in Kleingruppen". Die Herausforderung war, "gemeinsam das Ganze auf Deutsch oder Englisch zu lösen" und dass jeder Verantwortung übernimmt. "Das sind die Tugenden, die wir auf dem Platz brauchen", erzählte Kulovits.

Entscheidend sei nach zwei Niederlagen in Folge, was am Samstag auf dem Platz passiere. Dort soll die neue Problemlösungskompetenz angewendet werden. Der Rapid-Coach, der künftig wieder auf mehr Ballbesitz setzt und mehr Torgefahr erzeugen lassen will, warnte vor der Rieder Stärke bei Standards. "Sie generieren da viel Gefahr, da liegt großer Fokus drauf", so Kulovits, der auf den erkrankten Andrija Radulovic verzichten muss. Fragezeichen stehen hinter den angeschlagenen Ercan Kara, Jannes Horn, Bendeguz Bolla und Nikolaus Wurmbrand. Dafür trainiert der lange verletzte Tobias Börkeeiet - dem Reha-Fahrplan voraus - bereits wieder mit.

Ried hat als Neunter nur vier Punkte Rückstand auf die viertplatzierten Rapidler, in den jüngsten drei Spielen holte man zwei Siege. Die Innviertler dürfen sich also nicht nur aufgrund der grün-weißen Misere etwas ausrechnen. "Wenn du als SV Ried nach Hütteldorf fährst und etwas mitnehmen möchtest, musst du über 90 Minuten mit Mut und Überzeugung auftreten", so Trainer Maximilian Senft. Beim 1:0 über den WAC durfte er sich freuen, "dass wir zum wiederholten Mal in dieser Saison so einen Glauben haben", warum sollte es auch diesmal nicht klappen? Allerdings könnte den Riedern das Fehlen des achtfachen Saison-Liga-Torschützen Kingston Mutandwa, über dessen Einsatz kurzfristig entschieden wird, einen Strich durch die Rechnung machen.