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Lamine Yamal zu abgelenkt? "Vielleicht. Vielleicht ein bisschen"

kicker

Schon vor der Partie hatte es die Gerüchte gegeben, dass Reals Spieler bei der Partie im Bernabeu Lamine Yamal auf den Zahn fühlen würden. Der 18-Jährige hatte schließlich sinngemäß behauptet, dass die Königlichen von den Referees bevorteilt werden und sich dennoch ständig über sie beschweren würden.

Das wollten die Madrilenen nicht auf sich sitzen lassen. Vor allem Vinicius Junior und Daniel Carvajal legten dem 18-Jährigen wort- und gestenreich nahe, dass Reden Silber und Schweigen Gold ist. Daraufhin kam es am Spielfeldrand kurz vor und auf dem Platz kurz nach Abpfiff zu Rudelbildungen und Handgreiflichkeiten. Eine Eskalation mit Ansage.

Sportlich haften bleibt, dass Lamine Yamal kaum Akzente in der 262. Ausgabe des Clasico setzte. Es war auch ein Grund, warum Flick-Vertreter Marcus Sorg in seinem dritten Spiel als Hauptverantwortlicher am Seitenrand die dritte Niederlage erlebte. Der gesperrte Chefcoach Hansi Flick erlebte seine erste Clasico-Niederlage aus einer Glaskabine im Bernabeu.

Auf die Frage, ob Lamine Yamals Aussagen dessen Leistung beeinflusst hätten, sagte Sorg nach dem Spiel: "Vielleicht. Vielleicht ein bisschen. Denn er lernt gerade, mit der Öffentlichkeit umzugehen, mit den Pfiffen - das ist ein Prozess. Es stimmt, dass er normalerweise sehr motiviert ist, und heute war es nicht leicht für ihn."

Die Königlichen hatten sich allerdings auch prächtig auf den Ausnahmekönner eingestellt. Häufig wurde Lamine Yamal gedoppelt, von seinen zwölf Zweikämpfen gewann er die Hälfte. Seine zwei Torschüsse brachten keine Gefahr, und so blieb ein wohl temperierter Chip-Pass auf Jules Koundé in der 90. Minute Lamine Yamals auffälligste Aktion.

Sorg machte aber auch die mangelnde Spielpraxis verantwortlich für Lamine Yamals behäbigen Auftritt. Fünf Spiele hat er in dieser Saison bereits wegen einer Leistenverletzung verpasst, im Ligaspiel gegen Girona (2:1) und zuletzt in der Champions League gegen Olympiakos Piräus wurde er jeweils vorzeitig ausgewechselt. "Er kommt gerade von einer Verletzung zurück. Er braucht Rhythmus, Spiele", sagte Sorg. "Man muss ihm Zeit geben und ihm helfen. Es ist normal, dass die Gegner alles gegen ihn versuchen und sich anpassen, um gut zu verteidigen."

De Jong: "Warum macht man Gesten auf dem Spielfeld?"

Womöglich sorgte Lamine Yamal mit seinen Aussagen aber eben auch für eine Portion Extra-Motivation bei den Gegnern. Frenkie de Jong empfand die Reaktion der Real-Spieler hingegen als "sehr übertrieben. Wenn man Lamine kennt und der Meinung ist, dass er solche Äußerungen nicht machen sollte, spricht man privat mit ihm. Warum macht man Gesten auf dem Spielfeld?" Damit bezog er sich auf Carvajal, der mit seiner Hand signalisierte, Lamine Yamal habe den Mund zu weit aufgerissen.

Von den Problemen ablenken wollte Barcelona aber auch nicht, zu offensichtlich waren die Versäumnisse auf Seiten der Katalanen. Sorg brachte sie auf den Punkt: "Wir haben mehr Fehler gemacht als sonst. Es stimmt, dass unsere Defensive sehr schwach war. Im letzten Drittel hat uns die fehlende Durchschlagskraft daran gehindert, mehr Chancen zu kreieren."