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Leipzig-Trainer Stephan will es "mehr abfeiern, Bälle einfach rauszuschießen"

kicker

"Vor vier Wochen war jetzt nicht alles übertrieben scheiße und jetzt ist auch nicht alles übertrieben gut", sagte Jonas Stephan am Mittwoch in einer Medienrunde. Weil seine Leipzigerinnen jüngst überraschend 4:2 beim SC Freiburg gewannen, stehen sie in der Tabelle wieder besser da. Und können am Donnerstagabend (19 Uhr) gegen den noch sieglosen FC Carl Zeiss Jena noch mehr Rückenwind aufnehmen.

"Da muss man aufpassen als derjenige, über den berichtet wird, dass man, wenn es super läuft, nicht sofort draufspringt und sagt: 'Mensch, klasse'. Denn es kann dir zwei Wochen später als Bumerang knallhart entgegenkommen", gibt Stephan zu bedenken. In den vergangenen Wochen habe er "sehr viele Dinge anders gemacht" als zuvor: "Ich habe sehr viel gelernt von den Mädels, mich auf diese Mannschaft einzulassen."

Gegen Jena plant der 33-Jährige trotz der englischen Woche keine Rotation. Und er hofft darauf, dass bei den Gästen die angeschlagene Stürmerin Isabella Jaron auflaufen kann. Gegnerische Verletzungen positiv zu sehen, finde er "moralisch ein bisschen verwerflich", sagte Stephan: "Und zweitens bin ich diesbezüglich Sportsmann und möchte, wenn ich nach Hause fahre, nicht tausend Gründe hören, warum wir gewonnen haben. Sondern wir wollen schon sagen, dass das mit unserer eigenen Leistung zu tun hat. Von daher hoffe ich, dass Jaron spielen kann und Jena die bestmögliche Aufstellung auf den Platz bekommt."

Die 23-Jährige ist mit drei Toren und zwei Assists an fünf der neun Jenaer Treffer beteiligt. Auch im Pressing ist sie stark und könnte die Leipziger Abwehr stressen. RB möchte von seinem Ansatz, flach hinten herauszuspielen, trotzdem keinen Millimeter abrücken.

"Dann fängt die erste Spielerin an mit einem langen Ball und dann die zweite"

"Sobald wir anfangen, das permanent infrage zu stellen und tausend Möglichkeiten aufzuzeigen, wann wir das vielleicht mal nicht machen, verwässern wir unsere Qualität" erklärte Stephan offen: "Weil dann die erste Spielerin anfängt mit einem langen Ball und dann die zweite."

Trotzdem überlässt er seiner Mannschaft die Entscheidung in einzelnen Situationen: "Wenn ich drei Abstöße spiele, davon wird es zweimal eng und man baut den Gegner eher auf", sei ein Verzicht auf den flachen Kurzpass-Aufbau sogar sinnvoll. "Ich habe gar nichts gegen einen langen Ball, wirklich. Das ist ein super Mittel, das gehört mit dazu", stellte Stephan auf kicker-Nachfrage klar. Aber es dürfe nicht zu oft gebraucht werden.

Beim Auswärtssieg in Freiburg hat der Coach seine Mannschaft als "deutlich schärfer" darin wahrgenommen, "den Ball einfach mal rauszuschießen". Genau das habe man so besprochen: "Dass wir es auch in den nächsten Wochen deutlich mehr abfeiern wollen, wenn wir es machen." Und ohnehin: Mit mehr Selbstvertrauen, resultierend aus mehr Punkten auf dem Konto, klappe der flache, riskante Spielaufbau von allein besser.