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Leitl: "Eine unfassbare Frechheit"

kicker

Der erste Weg nach dem Abpfiff führte Benjamin Weber zu Jarno Wienefeld. Das, was der Sportdirektor von Hertha BSC dem Schiedsrichter mit auf den Weg gab, war eher keine Danksagung. "Ich habe ihm gesagt, dass wir die Rote Karte nullkommanull nachvollziehen können", sagte Weber. "Das war in meinen Augen ein ganz normaler Zweikampf, 25 Meter entfernt von unserem Tor."

Stefan Leitl fand für die Hinausstellung von Abwehrchef Toni Leistner nach 85 Minuten noch drastischere Worte. "Ich finde diese Entscheidung eine unfassbare Frechheit", sagte Herthas Trainer in der Pressekonferenz nach dem 1:1 gegen Arminia Bielefeld. "Für mich ist es ein Foul, aber ein kleines Foul, kein taktisches Foul. Es ist keine kontrollierte Situation, dass die Bielefelder in Form von Young allein aufs Tor laufen, sondern sie sind 30 Meter vom Tor weg." Bei Sky hatte er zuvor von einer "bodenlosen Frechheit" gesprochen und auch Video-Assistent Arne Aarnink angezählt: "Ich weiß nicht, ob er Kaffee holen war. Ohne Eingreifen von außen konnte Bielefeld hier in keinster Weise annähernd einen Punkt mitnehmen."

Seguin: "Wenn man da im Keller sitzt, muss man eingreifen"

Leistners hart bestrafter Rempler gegen den eingewechselten Isaiah Young veränderte die Statik des Spiels - und brachte die Berliner auch nach dem Ende der letzten Hinrunden-Partie kollektiv in Wallung. "Eine fragwürdige Rote Karte" nannte Kapitän Fabian Reese bei Sky die Entscheidung und attestierte Wienefeld "von Anfang an eine fragwürdige Spielleitung, da war keine Linie erkennbar". Der Referee habe sich "schon in der ersten Halbzeit sehr von der Hektik und Theatralik anstecken lassen".

Torschütze Paul Seguin fügte hinzu: "Man darf Fehler machen. Aber wenn man da im Keller sitzt, muss man einfach eingreifen. Wenn das eine Rote Karte ist, dann brauchen wir keinen Fußball mehr spielen."

Leitl: "Ich seh' das überhaupt nicht so wie mein Kollege"

Der Last-Minute-Ausgleich durch Stefano Russo verdarb den Berlinern gründlich die Stimmung. "Es waren in dieser Partie viele schöne Momente dabei, das Ende ist dann schmerzhaft", bilanzierte Reese. "Ich bin kein Hellseher, aber mit Elf-gegen-Elf würde ich sagen, dass wir das Spiel mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit gewinnen."

Ein Spiel, nach dessen Ende die Bewertung beider Trainer deutlich auseinanderging. "Wir haben ein relativ ausgeglichenes Spiel gesehen", sagte Bielefelds Coach Mitch Kniat. "Wir haben das gemacht, was wir das ganze Jahr gemacht haben. Wir haben nicht aufgegeben, immer dran geglaubt, sind extrem viel gelaufen. Wenn man das ganze Spiel sieht, geht der Punkt auf alle Fälle in Ordnung."

„Ein Foul ist ein Foul, dafür gibt's Regeln.“ (Mitch Kniat über die Notbremse von Toni Leistner)

Leitl konnte dieser Analyse nicht viel abgewinnen. "Ich seh' das überhaupt nicht so wie mein Kollege", erklärte der Berliner Coach. "Ich hab' kein ausgeglichenes Spiel gesehen, sondern ein abwartendes Spiel der Arminia, die sehr gut verteidigt hat. Wir hatten nicht die klaren Torchancen in Masse, aber waren das bestimmende Team. Es war ein glücklicher Punkt für Bielefeld. Dann ist das Spiel auch geschildert, wie es tatsächlich war."

Kniat wiederum bewertete die Rot-Szene anders: "Ich hab's ehrlich gesagt nicht gesehen, aber wenn der Satz fällt, es ist ein Foul, dann entscheiden wir nicht, ob's ein kleines oder ein großes Foul war. Ein Foul ist ein Foul, dafür gibt's Regeln. Ich bin einer, der braucht keine Ausreden."