Denn wie der kicker erfuhr stand am 4. Dezember bei der jüngsten Mitgliederversammlung (MV) der Deutschen Fußball-Liga (DFL) auch ein Antrag auf der Tagesordnung, wonach im Lizenzierungsverfahren künftig auch Sicherheiten von Versicherungskonzernen akzeptiert werden sollen.
Antrag wohl mit 36 Ja-Stimmen durchgewunken
Bislang konnten Klubs der Bundesliga, 2. Liga und potenzielle Aufsteiger aus der 3. Liga Darlehenszusagen oder Kontokorrentkredite lediglich von Banken zur Liquiditätssicherung in das Lizenzierungsverfahren einbringen. Nun wurde dies auf "Versicherungsunternehmen nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 und Nr. 2 des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG), die über eine in Deutschland erteilte oder anerkannte Erlaubnis zum Geschäftsbetrieb in Deutschland verfügen", ausgeweitet, wie es in den mittlerweile angepassten Liga-Statuten heißt. Nach kicker-Informationen ging der Antrag mit 36 Ja-Stimmen durch die MV in Frankfurt/Main.
Eine Überraschung war das nicht mehr wirklich, wobei das Thema noch im Sommer hinter vorgehaltener Hand heiß diskutiert worden war. Denn: Damals hatte Hertha BSC darüber nachgedacht, jenen Antrag zu stellen. Pikant war das, weil der Hauptstadtklub ganz offensichtlich Probleme hatte, die Lizenzbedingungen zu erfüllen. Der ein oder andere Wettbewerber hätte im Fall eines Antrags im laufenden Lizenzierungsverfahren wohl eine "Lex Hertha" vermutet. Wobei inhaltlich schon damals wenig zu sagen war gegen Finanzzusagen von Versicherungsgesellschaften, die in aller Regel ähnlich wie Banken gut durchkapitalisiert sind.
Aufgrund der Gemengelage wurde der Antrag zunächst auf Eis gelegt
Aufgrund jener angespannten Gemengelage entschied man sich, den Antrag zunächst auf Eis zu legen und dann als von der DFL selbst eingebrachten Antrag im Dezember zu stellen - mit dem nun bekannt gewordenen positiven Ergebnis. Das Lizenzierungsverfahren und auch die Neustrukturierung einer millionenschweren Anleihe stemmte Hertha um Finanzgeschäftsführer Ralf Huschen am Ende dann bekanntlich auch ohne die Zusagen aus der Versicherungswirtschaft. Mittlerweile hat der Zweitligist sogar 21,2 Millionen Euro der Anleihe zurückgekauft.