2023 hatte Heinz Lindner plötzlich Schmerzen, die er nicht einordnen konnte. Er spürte ein Ziehen im Unterbauch, als ob ihn etwas getroffen hätte. Hat es aber nicht, im Training geschah nichts Aussergewöhnliches: "Dieses Gefühl hielt zwei, drei Tage an", sagt der Österreicher gegenüber dem SRF. Auch als diese Schmerzen drei Monate später wiederkamen, reagierte Lindner erst nicht.
Es war aber nicht die letzte Wiederholung der Schmerzen, und so machte sich auch Lindner Gedanken. Er habe die Sache mit seiner Frau besprochen, worauf diese das Gefühl hatte, es sei besser, wenn sich ihr Ehemann im Krankenhaus abklären lasse. "Das sei auch wichtig für meinen Kopf, schliesslich habe ich mir schon Gedanken gemacht."
Die Untersuchungen brachten die schockierende Gewissheit
Unzählige Untersuchungen musste Lindner anschliessend über sich ergehen lassen. Als er so lange im Krankenhaus war, merkte er, dass etwas nicht stimmen könne. Der Arzt bestätigte dann Lindners Gefühl und erklärte ihm, dass der Verdacht auf Hodenkrebs bestehe. Natürlich ist diese Diagnose ein Schock für jeden Menschen, jedoch noch mehr für den damals frisch gebackenen Vater.
"Das zieht dir den Boden unter den Füssen weg. Ich kann mich erinnern, dass ich geweint habe, als ich nach Hause gekommen bin." Schlimm sei für ihn auch gewesen, dass es genau dieser Körperteil ist, der beim Mann häufig Scham auslöst. Genau deswegen habe er auch so lange mit dem Krankenhausbesuch gewartet, der sich - wie sich herausstellte - so unglaublich wichtig war.
Lindner will eine Inspiration sein
Mittlerweile spricht der 35-Jährige offen darüber, will gar eine Inspiration für andere Männer sein, die Ähnliches verspüren: "Es ist wichtig, über solche Dinge zu sprechen. Es geht darum, dass Männer öfter Vorsorgeuntersuchungen machen und über ihre Gesundheit Bescheid wissen." Dies tat Lindner nach den Untersuchungen und musste nur drei Tage später operiert werden. Erst nach dieser OP habe er gewusst, dass es ein bösartiger Tumor war, "der aber Gott sei Dank nicht gestreut hat".
Zu diesem Zeitpunkt war Lindner noch die Nummer 1 beim FC Sion, auch in der österreichischen Nationalmannschaft kam er immer wieder zum Zug. Nach der Operation sah seine Situation anders aus. Dies habe zwar an ihm genagt, "andererseits ist es komplett irrelevant, weil es da um etwas Grösseres ging, um etwas viel Wichtigeres als Fussball".