Die erste WM mit 48 Mannschaften ist noch nicht mal gespielt, da gibt es schon längst Planungen, das Turnier weiter aufzustocken. 2030, wenn das Turnier in Argentinien, Paraguay, Uruguay, Spanien, Portugal und Marokko stattfinden wird, könnten bereits 64 Teilnehmer mitmischen. Aus Europa gab es dazu bereits Kritik - und auch Joachim Löw fand nun deutliche Worte.
"Das macht absolut keinen Sinn", erklärte der ehemalige Bundestrainer am Mittwochabend am Rande des Europa-League-Duells zwischen dem SC Freiburg und dem FC Basel (2:1) bei Nitro. "Ich sehe das vollkommen kritisch aus Sicht eines Trainers." Dabei gehe es ihm sowohl um die Gesundheit der Spieler als auch um die Qualität der Spiele, von denen dann über viele Wochen satte 128 anstehen würden.
"48 Mannschaften sind schon ein Qualitätsverlust"
"Ich habe das schon vor einem halben Jahr gehört, dass die FIFA darüber spricht und solche Planungen vorantreibt. Ich finde das völlig überzogen. 48 Mannschaften sind schon ein Qualitätsverlust, ohne den Kleineren zu nahe treten zu wollen. Eine WM, eine EM lebt auch von hochklassigen Spielen, das wollen die Leute sehen", erklärte Löw, der 2014 im bisherigen 32er-Format mit Deutschland in Brasilien Weltmeister geworden war. "Ich war auch nicht unbedingt der Freund einer Klub-Weltmeisterschaft, die über so lange Zeit dauert."
Am Mittwoch hatte das Thema erneut Fahrt aufgenommen, als Südamerikas Fußballverband Conmebol bei einem Treffen mit FIFA-Präsident Gianni Infantino entsprechende Bemühungen forcierte. In Uruguay, Argentinien und Paraguay soll zum 100-jährigen WM-Jubiläum jeweils ein Spiel stattfinden, der Rest dann in Spanien, Portugal und Marokko.
Die im kommenden Jahr in den USA, Kanada und Mexiko anstehende WM wird die erste mit 48 Mannschaften sein, was bei zwölf Vierergruppen bereits eine Erhöhung der Partien auf 104 nötig macht. Fünfeinhalb Wochen soll das Turnier dauern. Die Winter-WM 2022 war noch in vier Wochen über die Bühne gegangen.