Der Start ins neue Jahr war misslungen. Nach dem 0:3 gegen den VfL Osnabrück, dem sechsten sieglosen Spiel hintereinander, herrschte Alarmstimmung bei der Alemannia, die auf einem Abstiegsplatz ins neue Jahr gestartet war. Frust in Aachen, den die Selimbegovic-Elf aber längst in Punkte umgesetzt hat. Seit vier Spielen sind die Schwarz-Gelben ungeschlagen, mit dem 3:1 im Kellerduell in Ulm haben sich der TSV von der Abstiegszone um fünf Punkte abgesetzt.
Das 3:2 bei der TSG Hoffenheim am 21. Spieltag war der erhoffte Brustlöser, mit dem Punktgewinn bei 1860 legte Aachen nach. Selbst das unglückliche 3:3 im West-Schlager gegen Spitzenteam Essen, bei dem Aachen in der Schlussphase noch ein 3:1 hergab, blieb ohne Nachwirkung.
Vielmehr stellte die Alemannia in Ulm die Spatzen vor eine schwierige Aufgabe. "Aachen hat uns hoch gepresst, wir haben nicht verstanden, wie wir das machen sollen", meinte SSV-Coach Pavel Dotchev bei MagentaSport. Die Ratlosigkeit nutzte Lars Gindorf mit seinem 16. Saisontor, das 3:0 durch Faton Ademi in der 75. Minute war die Vorentscheidung. Auch in Sachen Ligaverbleib? Der 19-Jährige ist sich "sehr sicher, dass wir die Klasse halten. Jetzt sind wir alle angekommen."
„Wenn du vielleicht 0,1 Prozent weniger investierst, dann kann dich das richtig kosten.“ (Mersad Selimbegovic)
Auch Mersad Selimbegovic gibt sich forsch und sieht sein Team auf einem sehr guten Weg mit Blick auf den Klassenerhalt: "Ich war immer sicher". Insbesondere nach dem Sieg in Ulm. "Solche Spiele sind immer wichtig, auf deine Seite zu ziehen, vor allem auswärts. Das tut uns gut. Entscheidend ist, dass wir immer besser miteinander verteidigen und Fußball spielen." Dennoch ärgerte sich der Trainer, "dass wir nicht zu null gespielt haben. Es tut mir auch leid für unseren Keeper."
Aber die Freude über die Punkte sechs, sieben und acht aus den letzten vier Spielen dürfte überwiegen, eine kleine Warnung hat Selimbegovic, bei dem der Optimismus überwiegt, dennoch für sein Team parat: "Es gibt überhaupt keinen Grund, einen Millimeter weniger zu machen und nicht vorsichtig zu sein. Wir müssen mehr wollen, mehr arbeiten, mehr investieren. Man weiß, wie schnell es in dieser Liga gehen kann. Das ist so verrückt. Wenn du vielleicht 0,1 Prozent weniger investierst, dann kann dich das richtig kosten."
Zumal am Samstag (14 Uhr, LIVE! bei kicker) mit dem SC Verl der Tabellenzweite seine Visitenkarte am Tivoli abgibt. Da können auch Millimeter entscheiden.