Sechs Zähler für die Wölfinnen nach zwei Champions League-Spieltagen: Janina Minge konnte mehr als zufrieden sein. Denn gerade eben hatte sie noch den Elfmeter nach Videobeweis unmittelbar vor dem Schlusspfiff zum 2:1 für den VfL verwandelt. Über die Partie sagte sie: "Ich glaube, man hat gesehen, dass wir alles hineingeworfen haben. Der Gang zum Elfmeterpunkt sei "wirklich ein extrem langer Weg" gewesen. "Nichtsdestotrotz bin ich mittlerweile sehr sicher beim Elfmeterschießen. Von daher wusste ich, ich mache ihn rein."
Über den Gegner sagte sie: "Valerenga hat alles reingehauen, hatte immer einen Fuß dazwischen. Wir haben es nicht geschafft, ganz zwingend zu werden." In der zweiten Halbzeit habe der VfL dann "sehr viel Druck ausgeübt", habe "sehr viel Ballbesitz" gehabt und es "am Ende zum Glück auch geschafft, den Ball noch irgendwie über die Linie zu drücken".
Beerensteyn erzielt das Führungstor
Das zwischenzeitliche 1:0 hatte Lineth Beerensteyn erzielt. Die Niederländerin wurde zur Spielerin des Spiels gekürt. Vor einem solchen Spiel - noch dazu auf Kunstrasen - wisse man immer, dass es "schwierig" werden wird. Es war ein bisschen ärgerlich, dass sie relativ schnell das 1:1 erzielten. Dann braucht es natürlich auch ein bisschen Glück, wie den Elfmeter kurz vor Schluss", so Beerensteyn.
„Die nächste Partie in Lyon wird ganz sicher ein völlig anderes Spiel.“ (Lineth Beerensteyn, Spielerin des Spiels)
Der kommende Gegner am dritten Spieltag sei aber nochmal ein anderes Kaliber: "Das nächste Spiel in der Champions League bestreiten wir bei Lyon, das wird schwer." Darum seien die sechs Punkte nach zwei Spielen auch so wichtig. Beerensteyn ist sicher: "Die Partie in Lyon wird ganz sicher ein völlig anderes Spiel."
VfL-Trainer Stephan Lerch war "sehr stolz" auf seine Mannschaft: "Mit so einem Happy End, das ist mega für uns, sehr emotional, mit dem Abpfiff dann noch den Siegtreffer zu erzielen." Es sei ein "sehr schwieriges Spiel" gewesen.
Lerch: "Valerenga hat das auch sehr, sehr gut gemacht"
"Aber am Ende zählt das Ergebnis und deswegen sind wir wirklich sehr, sehr glücklich, dass wir heute hier die drei Punkte - auf diese Art und Weise auch noch - mitgenommen haben." Valerenga habe das jedoch auch "sehr gut gemacht, gut dagegengehalten".
Trotz der momentanen Verletzungssorgen ließ sich der VfL nicht unterkriegen: "Wir sind noch enger zusammengerückt, das hast du heute auch gespürt", sagte Lerch. "Die Spielerinnen, die reingekommen sind von der Bank aus, haben uns gepusht." Es sei ganz wichtig, "dass wir uns auf alle verlassen können".
Der Last Minute-Sieg sei "auch wieder ein Schritt in die richtige Richtung" gewesen, findet der 41-Jährige. Er gebe "Selbstvertrauen und einfach eine gute Ausgangslage". Doch auch wenn der Blick auf die Tabelle nach zwei Spieltagen natürlich Freude mache, warnt Lerch: "Das ist eine Momentaufnahme." Aber den nächsten Schritt können seine Spielerinnen am 11. November im Heimspiel gegen Olympique Lyonnes und die dort parallel überzeugende Jule Brand gehen.